Kirsten Fuchs

Mädchenmeute

Roman
Cover: Mädchenmeute
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783871347641
Gebunden, 464 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Nur widerwillig fährt Charlotte Nowak, fünfzehn und sehr schüchtern, mit sieben anderen Mädchen ins Sommerferiencamp. Doch dort ist schnell alles anders als erwartet: Dinge verschwinden, und als eines Morgens die Gruppenleiterin ausrastet, flüchten die Mädchen, klauen ein Hundefängerauto samt Hunden und fahren ins Erzgebirge, wo eine von ihnen einen alten Stollen kennt. Hier schlagen sie sich durch immer freiere, immer aufregendere und schönere Sommertage zwischen Waldabenteuern und nächtlichen Streifzügen zu Supermarkt-Containern - und Charly Nowak merkt, dass sie nicht nur schüchtern ist. Doch plötzlich stoßen die Mädchen auf eine brisante DDR-Hinterlassenschaft, die Außenwelt holt sie ein, und dann kommt auch noch die erste Liebe. Charly muss das, was sie gerade an Mut und Freundschaft entdeckt hat, unter Beweis stellen …

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.08.2015

Die Lesebühnen-geschulte Kirsten Fuchs kennt die Zutaten für einen erfolgreichen Jugendroman, schreibt Antje Weber, und konstruiert aus ihnen eine "Coming-of-Age-Geschichte mit Krimi-Anflügen und viel Waldgewichtel". So könnte "Mädchenmeute" ihre Anhänger sowohl unter Naturliebhaberinnen als auch unter Stadtkindern finden, glaubt Weber. Allerdings sei der Plot zu durchsichtig gebaut, das Geschehen werde immer wirrer und habe dabei deutliche Längen, findet die Kritikerin. Dass das Buch trotzdem lesenswert sei, liegt ihrer Meinung nach am besonderen Sound der jungen Autorin, die "schnodderige Sätze von schlichter Schönheit" schreibe und zugleich ein präzises Gespür für die Gefühlswelt eines Mädchens in der Pubertät beweise.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2015

Schade, meint Rezensent Christian Metz nach der Lektüre von Kirsten Fuchs' drittem Roman "Mädchenmeute" - eigentlich kann diese Autorin wirklich pointenreich und unterhaltsam schreiben. Und auch wenn der Kritiker in diesem Roman ebenfalls einige witzige Szenen entdeckt, muss er doch gestehen, dass ihn das Buch enttäuscht hat. Denn die Geschichte um sieben pubertäre Mädchen, die die Sommerferien in einem Waldcamp verbringen und bald von einem Tornado gezwungen werden, sich selbst durchzuschlagen, erscheint dem Rezensenten nicht nur zu unrealistisch und zu dick aufgetragen, sondern auch "reaktionär": In der Waldschule lernen sie neben Kochen, Nahrungsmittelsuche und Heilen, schließlich auch noch Nachwuchspflege - denn Fuchs lässt ihnen rein zufällig sechs herrenlose Hunde über den Weg laufen. Bei so viel "Waldwurzelideologie" fragt sich der Kritiker, ob das wirklich alles ernst gemeint ist.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 07.03.2015

Sieben Mädchen büchsen aus ihrem Ferienlager aus, stehlen einen Transporter mit sechs Hunden und verstecken sich in einem Bergwerkstollen im Erzgebirge, fasst Nadine Hemgesberg die Handlung von Kirsten Fuchs' Coming-of-Age-Roman "Mädchenmeute" zusammen. Wie eine "idealisierte Lightversion von William Goldings 'Herr der Fliegen'" erscheint das Buch der Rezensentin, der die auf gründlicher Recherche beruhenden präzisen Naturschilderungen nicht ausreichen: Wenn die Autorin schon weitgehend auf Plausibilität pfeift, dann hätte sie doch wenigstens im Sinne der Spannung "die Stellschraube für Konflikte noch ein wenig mehr anziehen" können, meint Hemgesberg.

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