Die Entwicklung der Atombombe war das größte geheime Unternehmen des 20. Jahrhunderts. Als der deutsche Physiker Otto Hahn Anfang 1939 die Entdeckung der Kernspaltung bekannt gab, begann der dramatische Wettlauf um eine kriegsentscheidende Waffe, der letztlich von den Amerikanern gewonnen wurde, die im August 1945 zwei Atombomben gegen japanische Städte einsetzten. Doch in überraschend kurzer Zeit konnte die Sowjetunion den amerikanischen Vorsprung aufholen. Dies gelang vor allem durch den Abbau der Uranvorkommen in Sachsen und Böhmen, deren Bedeutung bis Kriegsende weit unterschätzt worden war. Zwar hatten die Amerikaner den sächsischen Teil des Erzgebirges besetzt, sie mussten sich Ende Juni 1945 aber wieder zurückziehen und der Sowjetunion die dortigen Bergbauunternehmen überlassen. Karlsch und Zeman zeigen, wie fieberhaft die Sowjetunion nach 1945 den amerikanischen Vorsprung wettzumachen versuchte. Dabei stand das Erzgebirge im Zentrum der Weltpolitik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2002
Michael Salewski betont, dass mit dem Buch nun die Geschichte des Uranabbaus in der Sowjetunion und in der Sowjetisch Besetzten Zone beziehungsweise der DDR sich auf eine "solide Quellenbasis stützen" kann. Er lobt die beiden Autoren als "Kenner der Materie" und auch wenn einiges, wie er einräumt, immer noch im Bereich der Spekulation verharrt, weil kein Quellenmaterial verfügbar ist, so hätten sie das zusammengetragen, was an Dokumenten verfügbar sei, so der Rezensent zufrieden. Dies gilt nicht nur für den Uranabbau in der Tschechoslowakei, bei dem die Autoren den Tod Jan Masaryk als möglichen Mord bezeichnen, weil der tschechoslowakische Politiker nicht so "funktionierte" wie die Sowjetunion wollte. Auch beim Stellenwert der Wismut AG im Erzgebirge "schweigen" sich Karlsch und Zeman "aus", weil keine sowjetischen Quellen dazu vorliegen, bedauert Salewski, der insgesamt von dem Buch aber sehr angetan ist.
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