Kevin Lambert

Querelle de Roberval

Roman
Cover: Querelle de Roberval
Secession Verlag, Zürich 2024
ISBN 9783966391054
Gebunden, 244 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Aus dem kanadischen Französisch von Frank Weigand. Arbeitskampf in einem Sägewerk im kanadischen Norden: Ein ganzes Jahr lang streikt die Belegschaft der Scierie du Lac vergeblich für bessere Arbeitsbedingungen, bis sich der Zorn der Beschäftigten in einer Gewaltorgie entlädt. Mittendrin Querelle, der überirdisch schöne schwule Sexgott aus Jean Genets jahrzehntelang verbotenem Buch und seine queere Freundin Jézabel, die gemeinsam das Weltbild der rassistischen, homophoben Proletarier gründlich durcheinanderwirbeln. Ein vielstimmiger, überbordender, tragischer Roman um Wutbürgertum, Ausbeutung und Umweltzerstörung, enthemmte Sexualität, die Ästhetik des Verbrechens und den verzweifelten Kampf gegen das gnadenlose Räderwerk des Kapitalismus. Inspiriert von Fassbinder, Genet und Pasolini setzt der junge Quebecer Romancier Kevin Lambert der französischsprachigen Arbeiterklasse des weiten Nordens ein einzigartiges literarisches Denkmal. Sein Querelle de Roberval verschmilzt Dialekt, Gewerkschaftsslang und hochliterarischen Stil zu einem atemberaubenden Abgesang auf die Widersprüche antikapitalistischer Bewegungen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 22.11.2024

Rezensent Dirk Fuhrig liest mit "Querelle de Roberval" eine Art literarische "Waldarbeiter-Oper", wie der Titel seiner Rezension lautet. In einem opulenten, hochgradig artifiziellen Setting erfasst Kevin Lambert gegenwärtige Diskurse und führt sie auf ungewöhnliche Weise zusammen, so Fuhrig: Ein schwuler Verführer, der allen Stereotypen trotzt, beginnt auf dem Land als Waldarbeiter zu schuften, gerät in einen Arbeitskampf und bringt tief sitzende Ressentiments der Landbevölkerung zu Tage. Klassenkampf trifft auf Kulturkampf, Metropole auf Provinz - ein Zusammenstoß, dessen destruktive Folgen - Exzesse der Gewalt gegen den jungen Mann aus der Stadt - "ohne jegliche Zurückhaltung" beschrieben werden, so Fuhrig. Genauso wie zuvor dessen sexuelle Exzesse. Genüsslich, in einer "schwebenden" und dennoch schmuckvollen, expliziten Sprache schildert der Autor seinen unwiderstehlichen Helden Querelle und dessen sexuelle Abenteuer, lesen wir. Frank Weigand hat diesen speziellen Ton gekonnt ins Deutsche übertragen, lobt der Rezensent.

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