Bryan Washington

Dinge, an die wir nicht glauben

Roman
Cover: Dinge, an die wir nicht glauben
Kein und Aber Verlag, Zürich 2021
ISBN 9783036958477
Gebunden, 384 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Werner Löcher-Lawrence. In Bens und Mikes hitzigen Streitereien fliegen schon mal Handys durch die Gegend. Ihre Konflikte löst das junge Paar mit Sex. Ben, ein schwarzer Kindergärtner, und Mike, ein Koch mit japanischen Wurzeln, leben seit vier Jahren zusammen in Houston. So richtig glauben beide nicht mehr an ihre Liebe. Als Mikes schroffe Mutter Mitsuko aus Japan zu Besuch kommt, reist Mike überstürzt ab, um seinen todkranken Vater zu pflegen, den er seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Ben bleibt zurück mit einer fremden Frau, die auf Distanz geht und erst mal wortlos die ganze Küche umräumt. Aber mit der Zeit merken Ben und Mitsuko, dass sie Mike durch den jeweils anderen neu kennenlernen. Seine Abwesenheit wird zum verbindenden Glied. Doch dann kehrt Mike zurück, und das fragile Gebilde gerät ins Wanken.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2021

Rezensentin Verena Lueken reibt sich die Augen. Dass der Familienroman noch nicht tot ist, beweist ihr Bryan Washington mit seinem Debüt über das Liebesverhältnis eines Afroamerikaners und eines in Houston aufgewachsenen japanstämmigen Mannes. Wie der Autor seine beiden Protagonisten abwechselnd von ihren Familien erzählen lässt, in Rückblenden in die eigene Kindheit, von Erfahrungen mit Rassismus und Homophobie und über Zustände von Angst und Einsamkeit, gefällt Lueken gut. Der lässige "Plauderton" täuscht sie nicht darüber hinweg, dass Washington ein Könner der Beschreibung ist. Am Ende vermittelt der Text laut Rezensentin sogar etwas wie Hoffnung: dass es besser wird "als das, was war".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.08.2021

Rezensentin Sylvia Staude liest mit Bryan Washingtons Debüt genau die Art von Roman, die unsere "aufgeregte Zeit" gerade braucht: Einen Roman nämlich, der einem nicht erst sagen muss, dass ein schwules Paar "das Normalste der Welt" ist, sondern diesen Satz ernst nimmt und daher gar kein großes Aufheben um die Sexualität seiner Figuren macht. Überhaupt geschieht alles in in diesem Roman ohne viel Aufhebens, so Staude. Mit bemerkenswerter Beiläufigkeit werden etwa Themen wie Homophobie, Rassismus, Aids und Armut angesprochen, wobei beiläufig nicht bedeutet oberflächlich, sondern einfach undramatisch, realistisch, meint die Kritikerin. Auch vom Sex und der etwas müde gewordenen Liebe zwischen Ben und Michael lässt Washington seine Figuren so selbstverständlich, so lebensnah erzählen, dass diese Figuren und ihre Probleme einem lebendig vors Auge zu treten scheinen, staunt Staude. Und das alles in einem Ton, der lässiger kaum sein könnte, schließt die beeindruckte Rezensentin.

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