Kevin Kuhn

Hikikomori

Roman
Cover: Hikikomori
Berlin Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783827011169
Gebunden, 240 Seiten, 14,99 EUR

Klappentext

Till hat alle Freiheiten: er geht auf "die freieste Waldorfschule der Welt", seine Eltern - ein anthroposophisch motivierter Schönheitschirurg und die Kuratorin eines innovativen SchauRaums - fördern ihn, wo sie nur können. Als er nicht zum Abitur zugelassen wird, ist er plötzlich auf sich selbst zurückgeworfen und beginnt nachzudenken: Was soll aus mir werden, fragt er sich und beschließt so lange in seinem Zimmer auszuharren, bis er darauf eine Antwort weiß. Aus dem Zimmer wird ein Kokon, im Rückzug auf sich selbst glaubt er voranzukommen. Schließlich beginnt Till mit der Kreation einer autarken, nach seinen Regeln funktionierenden Separatwelt: Welt 0 - ein Zufluchtsort für alle, denen die reale Welt zu fordernd oder auch zu eingeschränkt ist. Und Till ist ihr Garant, denn er kämpft nicht nur für sich, sondern für eine ganze Generation, die in ihren Zimmern sitzt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.02.2013

Vor allem gefällt Nico Bleutge die Distanz zum Romanhelden, die der Autor in den Text einzieht. So kann Bleutge das Ganze betrachten wie in einem Aquarium, als Experiment mit offener Ursache und offenem Ausgang, auch weil Kevin Kuhn in seinem Debütroman keine Thesen aufstellt. Bleutge also taucht ein in die Welt eines "Hikikomori", der den Einfluss der Außenwelt auf ein Minimum zu reduzieren sucht, "dockt" sich an an Gadgets und Computerspielwelten, an eine Parallelwelt, in die der Held immer weiter verschwindet. Das geht so weit, dass der Rezensent die dicke Luft im Teenagerzimmer zu atmen meint. Kuhns reduzierte Sprache, meint Bleutge, passt ganz gut dazu.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2012

Ein literarisches Thema hat jedes Jahr aufs Neue Konjunktur, weiß Lena Bopp, und das sind Geschichten über das Erwachsenwerden. Als eines der gelungensten Exemplare in diesem Jahr sieht die Rezensentin den Debütroman "Hikkikomori" des Göttinger Schriftstellers Kevin Kuhn an. Darin geht es um Till, einen Heranwachsenden, der als einziger seines Jahrgangs nicht zum Abitur zugelassen wurde und sich daraufhin in sein Zimmer zurückzieht, berichtet Bopp. Von unter der Zimmertür durchgeschobenen Zetteln mit Essenswünschen an seine Mutter abgesehen verkehrt Till fortan nur noch über das Internet, vor allem in einer Online-Welt, mit anderen Menschen, wobei sich die virtuelle und die reale Existenz raffiniert spiegeln, wie die angeregte Rezensentin befindet. "Ein Debütroman von erstaunlich sicherer Intensität", so das beeindruckte Fazit.
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