Herausgegeben von Florian Schuller, Giuseppe Veltri, Hubert Wolf. Ein reiches gemeinsames Erbe bescheinigte das Zweite Vatikanische Konzil Christen und Juden. Wie aber gestaltete sich das Verhältnis zwischen Römischer Kirche, zwischen Katholizismus und dem Judentum seit Beginn der Neuzeit bis in die Gegenwart? Festzustellen ist, dass die Beziehung beider im vorgegebenen Zeitraum (16. bis Ende 20. Jh.) zwar von Abgrenzung und Bekämpfung, aber auch von wechselseitiger Befruchtung und Anregung gekennzeichnet war und ist. Die Beiträge dieses Buches hinterfragen kritisch ein oft einseitig und negativ besetztes Geschichtsbild beider Seiten. Theologen, Historiker und Judaisten, Christen wie Juden sind hier im Gespräch über eine gemeinsame Geschichte. Dabei werden auch heikle Themen nicht ausgespart, so die Debatte um Papst Pius XII. und seine Rolle im Dritten Reich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2005
Das Christentum kommt ohne Abgrenzung vom Judentum nicht aus, stellt Wolfgang Reinhard einleitend fest, wohingegen das Judentum "theologisch eigentlich keinen Bedarf" am Christentum haben dürfte, obwohl es viele Spuren einer jüdisch-christlichen Symbiose aufweise. Dem Dialog zwischen diesen beiden Religionen vom sechzehnten bis zum zwanzigsten Jahrhundert ist eine Tagung der Katholischen Akademie Bayern nachgegangen, deren Vorträge nun in einem - wie Reinhard betont - äußerst lesenswerten Sammelband zusammengefasst wurden. Dieser stellt "keine einfache Lektüre" dar, gibt der Rezensent zu bedenken und macht dem interessierten Leser dennoch Mut:so wie es in der Postmoderne angeblich keine Geschichte, sondern nur noch Geschichten gebe, vermittelten die Beiträge ein vielfältiges Bild von Judentum und Christentum, als gebe es nicht einen Katholizismus, sondern viele Katholizismen und viele Judentümer, was Reinhard keinen schlechten Einstieg in die Materie und den interkonfessionellen Dialog findet.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…