Katholizismus und Judentum

Gemeinsamkeiten und Verwerfungen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert
Cover: Katholizismus und Judentum
Friedrich Pustet Verlag, Regensburg 2005
ISBN 9783791719559
Gebunden, 310 Seiten, 26,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Florian Schuller, Giuseppe Veltri, Hubert Wolf. Ein reiches gemeinsames Erbe bescheinigte das Zweite Vatikanische Konzil Christen und Juden. Wie aber gestaltete sich das Verhältnis zwischen Römischer Kirche, zwischen Katholizismus und dem Judentum seit Beginn der Neuzeit bis in die Gegenwart? Festzustellen ist, dass die Beziehung beider im vorgegebenen Zeitraum (16. bis Ende 20. Jh.) zwar von Abgrenzung und Bekämpfung, aber auch von wechselseitiger Befruchtung und Anregung gekennzeichnet war und ist. Die Beiträge dieses Buches hinterfragen kritisch ein oft einseitig und negativ besetztes Geschichtsbild beider Seiten. Theologen, Historiker und Judaisten, Christen wie Juden sind hier im Gespräch über eine gemeinsame Geschichte. Dabei werden auch heikle Themen nicht ausgespart, so die Debatte um Papst Pius XII. und seine Rolle im Dritten Reich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2005

Das Christentum kommt ohne Abgrenzung vom Judentum nicht aus, stellt Wolfgang Reinhard einleitend fest, wohingegen das Judentum "theologisch eigentlich keinen Bedarf" am Christentum haben dürfte, obwohl es viele Spuren einer jüdisch-christlichen Symbiose aufweise. Dem Dialog zwischen diesen beiden Religionen vom sechzehnten bis zum zwanzigsten Jahrhundert ist eine Tagung der Katholischen Akademie Bayern nachgegangen, deren Vorträge nun in einem - wie Reinhard betont - äußerst lesenswerten Sammelband zusammengefasst wurden. Dieser stellt "keine einfache Lektüre" dar, gibt der Rezensent zu bedenken und macht dem interessierten Leser dennoch Mut:so wie es in der Postmoderne angeblich keine Geschichte, sondern nur noch Geschichten gebe, vermittelten die Beiträge ein vielfältiges Bild von Judentum und Christentum, als gebe es nicht einen Katholizismus, sondern viele Katholizismen und viele Judentümer, was Reinhard keinen schlechten Einstieg in die Materie und den interkonfessionellen Dialog findet.

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