Noch immer erweist sich der Platz als Ort der gesellschaftlichen Selbstvergewisserung, an dem Denkmalsetzungen, Bilderstürze und andere soziale wie politische Aktivitäten stattfinden. Den städtebautheoretischen Überlegungen und konkreten historischen Entwicklungen verschiedener Stadträume widmen sich die Beiträge dieser Anthologie. Die kunsthistorische Stadt- und Platzforschung gründet seit dem Werk von Autoren wie Camillo Sitte, August Schmarsow und Albert Erich Brinckmann auf der fruchtbaren Auseinandersetzung der Disziplinen Stadtbaukunst, Städtebau und Stadtplanung mit dem architektonischen Raum. Vor diesem Hintergrund reicht der Betrachtungshorizont der Beiträge bis in das 21. Jahrhundert und rückt auch aktuelle Tendenzen der Globalisierung und Kommerzialisierung von Architektur und öffentlichem Raum in den Blick.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.04.2019
Rezensentin Andrea Gnam hat diesen von Elmar Kossel und Brigitte Sölch herausgegebenen Band zur Tagung der Forschergruppe "Piazza e monumento" am Kunsthistorischen Institut in Florenz zum Thema "Platz-Architekturen" mit Interesse gelesen. Dass die Tagung bereits vor fünf Jahren stattfand, merkt die Kritikerin zwar. Davon abgesehen erfährt sie in den neunzehn Aufsätzen, die unter anderem Plätze in Rom, Florenz, London oder Petrograd behandeln, aber viel über Platzgestaltung seit dem 19. Jahrhundert, liest, wie sich die Wahrnehmung von Plätzen auch durch die zunehmende Mobilität im 20. Jahrhundert veränderte oder wie Plätze zwecks Propaganda und Massenwirkung mit Symbolik und Vorstellungsbildern aufgeladen wurden.
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