Sanaa ist zweiundzwanzig. Sie studiert, hat einen Freund und einen Liebhaber, und sie hat Träume. Alles könnte gut sein, wäre da nicht die Realität, die sie immer wieder kneift, während sie träumt - kneift wie die Krabbe damals im Irak, als sie im Fluss badete. Die Realität, das sind: Sanaas Mutter Asija, die unter Depressionen leidet. Ihr Vater Nasser, der sich von seiner Familie entfremdet hat. Ihre Schwester Helin, wütend, orientierungslos. Und ihre Tante Khalida, die Tag für Tag Tabak rauchend auf dem Sofa der Familie sitzt und über alles wacht. Sanaa rebelliert gegen die Enge ihres Umfelds, ringt um Luft zum Atmen, um Freiheit. Doch sie kann der Verantwortung für ihre Familie nicht entfliehen. Also kümmert sie sich und versucht ihrer aller Wunden zu heilen. Bis plötzlich alles, was sie sich an Freiheit erkämpft hat, auf dem Spiel steht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.03.2018
Rezensentin Marie-Sophie Adeoso hält Karosh Taha für eine talentierte Schriftstellerin. Die Bedeutung ihres Debüts liegt für sie in der Fähigkeit der Autorin, poetisch und sorgfältig und mit Gespür für die Ambivalenzen von Familienstrukturen zu erzählen. Das Porträt einer jungen Frau zeichnet Taha laut Adeoso als Migrantenschicksal in einem tristen deutschen Hochhaus. Treffende Bilder, feiner Humor und Sinn für die Tragik der Migration zeichnen das Debüt aus, meint Adeoso.
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