Bonstettens erfolgreichstes Buch "L'homme du Midi et l'homme du Nord", erschienen 1824-1826 in mehreren französischen und deutschen Ausgaben, hat nie an Aktualität verloren. Geschrieben während des Jahrzehnts der Revolutionen in Südeuropa und Frankreich (1820-1830) wurde Bonstettens anthropo-geographische Schrift während des amerikanischen Sezessionskriegs (1861-1865) ins Amerikanische übersetzt. Angesichts der heutigen Nord-Süd-Problematik zeigt sich die fortwährende Brisanz des Textes.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.04.2010
Diese zweisprachige Wiederauflage eines erstmals 1824 erschienenen Essays des Schweizer Schriftstellers Karl Viktor von Bonstetten lässt den Rezensenten zunächst einmal staunen. Heutige soziologische Erklärungsmuster für die Verschiedenheit der Menschen auf Erden, findet Dieter Richter, selbst Autor eines Buchs über den Süden, lassen die vom Autor verfochtene Klimatheorie doch ganz schön fremd wirken. Allerdings ist sich Richter auch im Klaren darüber, dass Bonstettens Thesen in der Tradition der europäischen Aufklärung stehen und seinerzeit sehr populär waren. Die Einteilung in "Süd- und Nordmenschen" versteht Richter mit Hilfe des Herausgeberkommentars vor dem Hintergrund der Zeit und ihrer politischen Bewegungen. Ersetzt man den vom Autor verwendeten Begriff "Klima" durch das Wort "Umwelt", wird's dann wieder richtig interessant, meint Richter.
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