Karl Viktor von Bonstetten

Bonstettiana. Briefkorrespondenzen Karl Viktor von Bonstettens und seines Kreises

Dritter Band: 1776-1780. 2 Teilbände: Teil 1: 1776-1778, Teil 2: 1779-1780
Peter Lang Verlag, Bern 1999
ISBN 9783906763323
Gebunden, 1082 Seiten, 73,63 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Doris und Peter Walser-Wilhelm. U.a. geht es um die letzte Allianz der Alten Eidgenossenschaft mit Frankreich, Bonstettens Verheiratung als gesellschaftliches Ereignis in Bern und als Zäsur in seiner Freundschaft mit Müller sowie um die Verbündung des Politikers Bonstetten und dem Historiker Müller, um der bernischen Staatswirtschaft durch die liberalen Prinzipien von Adam Smith` bahnbrechender ökonomischer Theorie eine fortschrittliche Wendung zu geben. Bonstetten und Müller verschwören sich gegen die `barbarie de nos villes`, indem sie die zürcherische Blutjustiz im Fall Waser recherchieren und publizistisch anprangern. Der Briefwechsel wird ergänzt durch die reich überlieferten und erstmals veröffentlichten Korrespondenzen Müllers mit dem Naturforscher und Philosophen Charles Bonnet sowie mit seinem Genfer Mentor und Gönner Jean-Robert Tronchin, Ankläger Rousseau`s und einst persönlicher Freund Montesquieu`s.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2000

Hanno Helbling fasst in einer Besprechung zwei zeitgleich erschienene und inhaltlich zusammengehörende Bücher zusammen, die Texte und Briefe Karl-Viktor Bonstettens enthalten, aber aus unterschiedlichen Lebensphasen datieren. Helbling spricht den Herausgebern beider Bände, Doris und Peter Walser-Wilhelm, großes Lob aus. Auf eine Einführung zur Person Bonstettens verzichtet der Rezensent.
1.) Karl Viktor von Bonstaetten: "Neue Schriften, 1798 - 1802" (Peter Lang Verlag)
Helbling weist darauf hin, dass die Texte dieses Bandes aus den Exiljahren Bonstettens in Dänemark stammen, wobei man sich bei ihm unter Exil nicht unbedingt eine entbehrungsreiche Zeit vorstellen müsse. Bonstetten ging es dort gut, er fand Asyl bei betuchten Freunden und setzte seine Betrachtungen über Nationalbildung und den geliebten Montesquieu fort, wie Helbling schreibt. Er erläutert, was Bonstetten mit Montesquieu verband und was er unter Nationalbildung verstand: die moderate Vorstellung einer Demokratie, zu der das Volk erzogen werden müsse. Stilistisch lägen die Schriften deutlich über den Korrespondenzen, urteilt Helbling, andererseits fehle ihnen die Bonstetten eigene sprachliche Diktion und Lebendigkeit, da seine eigentliche Stärke in der Konversation gelegen haben soll.
2.) "Bonstettiana". Hrsg. von Doris und Peter Walser-Wilhelm. Dritter Band: 1776 - 1780, in zwei Teilbänden. (Peter Lang Verlag)
In der dokumentarischen Hauptreihe sind diese beiden Teilbände mit den Korrespondenzen Bonstettens erschienen, die, wie Helbling erläutert, nicht nur die Briefe Bonstettens, sondern auch den schriftlichen Austausch seiner Briefpartner untereinander enthalten. Im Mittelpunkt jener Jahre stand der Briefwechsel mit Johannes von Müller, dem Schauffhauser Historiker, den Bonstetten als Historiker geschätzt, aber als Freund moralisch gefährdet gesehen habe. Dadurch, so interpretiert Helbling die Korrespondenz, hätte Bonstetten auch die eigene Person als gefährdet empfunden, und zwar in politischer Hinsicht und nicht völlig zu Unrecht, da die Aufklärung damals bei aller Biederkeit ihrer Befürworter in der Opposition gestanden habe.