In einem Schlagabtausch unterhalten sich Giovanni di Lorenzo und Karl-Theodor zu Guttenberg über die Plagiats-Affäre und deren Folgen. Sie sprechen über zu Guttenbergs Herkunft und seine Familie, über die Zeit als politischer Überflieger im Wirtschafts- sowie im Verteidigungsministerium, über seinen Umgang mit den eigenen Fehlern, über die Zeit nach dem Rücktritt; und über die Voraussetzungen für die Rückkehr eines immer noch enorm populären Politikers. Es geht auch um die großen Themen der Zeit: der schlechte Zustand der deutschen Politik und Parteien und was dagegen getan werden müsste, die Macht und die Mechanismen der Medien sowie notwendige Schritte in der Europa- und Außenpolitik. Ein Buch, das die Person Guttenberg beleuchtet, neue Einsichten in seinen Fall bietet und gleichzeitig Ausblick auf das gibt, was eines der größten politischen Talente gegenwärtig und in Zukunft bewegt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.12.2011
Nun haut Gerd Langguth auch noch einmal druff und lässt es sich nicht nehmen, der "Zeit" die Neigung zum Boulevard nachweisen zu können. Mit einem in die Länge gezogenen Werbefeldzug für ein Buch nämlich, das, wie Langguth findet, eine Beleidigung ist für den aufgeklärten Leser und allenfalls der fränkischen Brötchenverkäuferin als Bibel taugt, die nichts, aber auch gar nichts kommen lässt auf ihren Karl-Theodor. Langguth tut sich die Lektüre dennoch an und erlebt neben der klassischen Bildungshuberei des akademisch Geschassten die Verwandlung des Täters zum Opfer: Die Uni war Schuld, die Presse und wahrscheinlich sogar die Plagiierten selbst. Klarer Fall, meint Langguth, der Mann hat Talent, der muss zurück in die Politik.
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