Das positive Bild der Überlieferung und die ihn verherrlichenden Bildererzählungen auf der Traianssäule ließen Traian im abendländischen Geschichtsbild zum idealen Kaiser aufsteigen. Der Feldherr auf dem Kaiserthron (98-117 n. Chr.) wurde zum Inbegriff eines humanen, geradezu konstitutionellen Kaisertums mit der Wahl des jeweils Besten zum Herrscher. Ob Traian das Reich tatsächlich auf den machtpolitischen Höhepunkt geführt hat, den sein Nachfolger Hadrian wieder verspielt hat, damit setzt sich das vorliegende Buch kritisch auseinander.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.02.2011
Rudolf Neumaier macht kurzen Prozess mit dieser Trajan-Biografie des Klagenfurter Althistorikers Karl Strobel, mit dem er offenbar noch ein Hühnchen zu rupfen hatte, seit dieser eine andere Publikation über flavische Kaiser verrissen hatte, wie wir ins Bild gesetzt werden. In seiner knappen Besprechung macht Neumaier jedenfalls mehr als deutlich, dass er diese Kaiservita für völlig überladen hält, eine Flut von "Zahlen, Namen, Fußnotenwiderlegungen" prasselte auf ihn nieder. Und mit einem einleuchtenden Zitat belegt er schließlich, warum er diese Biografie höchstens Trajan-Forschern empfehlen kann, nicht aber einem breiten Publikum.
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