Audio-Download mit 720 Minuten Laufzeit. Gelesen von Timo Weisschnur. Seit vielen Jahren ist Karl Schlögel in der Ukraine unterwegs. Lemberg, Odessa, Czernowitz, Kiew, Charkiw, Donezk und Dnipropetrowsk: All diese Namen stehen für einst blühende Städte, für eine Kultur von eigenem Rang. Der Westen hat sie viel zu lange ignoriert, auch das ermunterte Putin zu seiner Expansionspolitik. Über 70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs sind in Europa wieder Städte von der Auslöschung bedroht. In solchen Zeiten führen Karl Schlögels Städtebilder vor Augen, was gar nicht fern von uns auf dem Spiel steht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.05.2022
Rezensent Alexander Kosenina kann nicht fassen, wie exakt der Osteuropahistoriker Karl Schlögel in seinen gesammelten Essays von 2015 alle Befürchtungen und Analysen vorwegnimmt, die wir heute in Sachen Russland und Ukraine in der Presse lesen. Das nach der Annexion der Krim erschienene Buch in der "engagierten" Lesung von Timo Weisschnur wirkt auf Kosenina nicht akademisch historisch, sondern einladend, spannend und leider hoch aktuell. Einleuchtendes wie die These, dass Bedrohung von außen nationale Identitäten stärkt, entdeckt Kosenina ebenso im Text wie Wissenswertes über die Ukraine und persönliche Erinnerungen des Autors an Studienaufenthalte und Putins Rede im Deutschen Bundestag von 2001. Für den Rezensenten eins der wichtigsten Hörbücher des Jahres.
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