Karin Wieland

Das Geschlecht der Seele

Hugo von Hofmannsthal, Bert Brecht und die Erscheinung der modernen Frau
Cover: Das Geschlecht der Seele
Carl Hanser Verlag, München 2017
ISBN 9783446256743
Gebunden, 304 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Im Theater hatte die moderne Frau ihren ersten Auftritt. Hier wurde das Verhältnis der Geschlechter neu bestimmt. Wenn Gertrud Eysoldt, gebückt und mit offenen Haaren, die Szene betrat, verkörperte sie das ganze Elend der Elektra. Hugo von Hofmannsthal hatte ihr die Rolle auf den Leib geschrieben. Er nennt Schauspielerinnen die "Interpreten des neuen seelischen Verhaltens". 20 Jahre später ist Bert Brecht Stückeschreiber und Regisseur. Mit Helene Weigel und Carola Neher zeigt er die kalte Frau, die auch in der Liebe an die Nützlichkeit denkt. Neher und Weigel sind Brechts Instrumente einer Kunst, die im 20. Jahrhundert auch Politik ist: Von diesem Bündnis handelt Karin Wielands neues Buch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2017

Hannelore Schlaffer empfiehlt Karin Wielands Buch weniger dem theoretisch oder psychologisch als dem biografisch interessierten Leser. Die These vom Geschlecht der Seele und der Verwandlung der männlichen in eine weibliche Seele bei den Dichtern Brecht und Hofmannsthal verfolgt die Autorin laut Schlaffer nur andeutungsweise und kümmert sich lieber um episodische Erzählungen aus dem Leben der Autoren, Anekdoten, Zeitläufe und politische Zustände. Über Bewusstseins- und Stilbildung bei Brecht und Hofmannsthal hätte Schlaffer offenbar gern mehr erfahren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.11.2017

Hymnisch bespricht Rezensent Jens Bisky Karin Wielands Buch über Hofmannsthal, Brecht und die Erscheinungen der modernen Frau, das für ihn zu den seltenen Fällen eines brillant gelungenen "erzählenden Sachbuchs" gehört. Denn die Autorin vermag ihm nicht nur anschaulich und detailverliebt von Brechts und Hofmannsthals Frauen und Frauenfiguren zu erzählen, darunter etwa Gertrud Eysoldt oder Carola Neher, sondern ihr gelinge es, mit geradezu "verstörender Aufmerksamkeit" das Aussehen ihrer Helden ebenso akribisch zu schildern wie deren Ideen und Gefühle. Zudem verdankt der Kritiker diesem erhellenden und beobachtungsreichen Buch die Einsicht, dass es die moderne Frau nicht gibt.
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