Aus dem Französischen von Gudrun und Otto Honke. Kangni Alem erzählt eine Geschichte, die verrückter nicht sein könnte, und spiegelt so das Leben in den vermischten Kulturen einer globalisierten Welt. Heloise und Parisette, die beiden Heldinnen, bestechen durch Witz und die Souveränität, mit der sie - trotz leidvoller Erfahrungen - ihr Leben zwischen den Kontinenten bewältigen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.10.2004
Die in Frankreich lebenden Afrikaner haben die frankophone Literatur um viele Themen bereichert, bemerkt Heinz Hug, von denen eins naturgemäß die Immigration sei. Der aus Togo stammende Kangni Alem, der für seinen Erstlingsroman "Cola Cola Jazz" den Grand Prix Litteraire d'Afrique Noire erhalten hat, beschreitet allerdings den umgekehrten Weg: er lässt seine Protagonistin nach Afrika, in die fiktive Stadt TiBrava reisen, auf der Suche nach ihrem Vater, den sie erst findet, berichtet Hug, als es schon nicht mehr wichtig sei. Viel wichtiger geworden ist ihre angebliche Halbschwester, die vielleicht gar nicht ihre Halbschwester ist, aber auch das sei unerheblich geworden, so Hug. Geschickt lasse Alem die beiden Schwestern aus ihrer Perspektive berichten, konfrontiere so europäische und afrikanische Sichtweisen, seziere das Verhältnis von Schwarz und Weiß und die postkolonialen Strukturen in einem von Gewalt und Diktatur geprägten afrikanischen Land, was laut Hug genau auf Togo passt. Alems Erzählweise sei komplex und bilderreich, schreibt Hug, weise viele literarische Bezüge und Neologismen auf und sei zugleich von schwarzem Humor getränkt, was den Rezenenten an die Romane Sony Labou Tansis oder Henri Lopes' erinnert.
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