Aus dem Englischen von Eva Plorin. Die Freundinnen Tolani und Rose arbeiten in einer Bank mitten in Lagos, einer Stadt, die chaotischer und ärmer kaum sein könnte. Als Rose eines Tages ihren Chef ohrfeigt - aus Gründen, über die sie schweigt - wird sie gefeuert. Kurz darauf verliert auch Tolani ihren Job, denn nun musste sie sich gegen die Belästigung durch ihren Chef wehren. Tolani würde gern ihren Freund Sanwo heiraten, doch der vertröstet sie seit Jahren. Rose dagegen sucht in nüchterner Erwägung ihrer Lage nach einem Mann mit Geld und beginnt eine Beziehung mit OC Okonkwo, einem smarten jungen Mann. Als Tolani und Rose die Miete für ihr gemeinsames Appartment nicht mehr zahlen können, macht OC Okonkwo ein Angebot: Er will die beiden als Drogenkuriere für sich arbeiten lassen. Die Frauen lassen sich darauf ein und üben das Schlucken von mit Kokain gefüllten Kondomen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.02.2011
Viel Freude hatte Rezensentin Almut Seiler-Dietrich an Sefi Attas Roman "It's my turn", der sie mit seiner Lebensfülle wunderbar unterhalten und ihr dabei dennoch einen erschreckenden Einblick in die unhaltbaren Zustände im nigerianischen Lagos (nicht nur) der 1980er Jahre vermittelt hat. Die in den USA lebende Autorin erzählt von den Freundinnen Tolani und Rose, die sich während der Regierung des "korrupten" Präsidenten Babangida und dem später durch einen Militärputsch an die Macht gelangenden Diktator Abacha durch den hindernis- und gefahrenreichen Alltag kämpfen, erfahren wir. Die bereits mit vielen Preisen ausgezeichnete Sefi Atta demonstriert der Rezensentin hier einmal mehr ihr ausgeprägtes "Erzähltalent", dem sie mit Ironie und Beobachtungsgabe Glanz verleihe.
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