Kai Michel

Das Tagebuch der Menschheit

Was die Bibel über unsere Evolution verrät
Cover: Das Tagebuch der Menschheit
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2016
ISBN 9783498062163
Gebunden, 576 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

 Der Evolutionsbiologe Carel van Schaik und der Historiker Kai Michel legen eine verborgene Seite der Bibel frei. Sie lesen die Heilige Schrift nicht als Wort Gottes, sondern als Tagebuch der Menschheit, das verblüffende Einblicke in die kulturelle Evolution des Homo sapiens bietet. Die Vertreibung aus dem Garten Eden markiert das wohl folgenreichste Ereignis der Menschheitsgeschichte: den Übergang vom Leben als Jäger und Sammler zum sesshaften Dasein mit Ackerbau und Viehzucht, das nicht nur zu Fortschritt, sondern auch zu Ungleichheit, Patriarchat und großen, anonymen Gesellschaften führte. Für die daraus resultierenden Probleme waren die Menschen aber weder biologisch noch kulturell gerüstet. Wie sie sich mühsam anpassten, wie sie versuchten, sich auf das bis dahin ungekannte Ausmaß menschlichen Leids in Gestalt von Ausbeutung, Krieg und Krankheiten einen Reim zu machen, das dokumentiert die Bibel auf erstaunliche Weise. Auch zeigt sie, woher das Bedürfnis nach Spiritualität stammt und weshalb die Menschen nicht schon immer die Angst vorm Tod umtrieb.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 15.10.2016

Friedrich Wilhelm Graf verliert nur lobende Worte über diueses Buch. In "Das Tagebuch der Menschheit" haben sich Carel van Schaik und Kai Michel an einer neuen, "biologisch-anthropologischen" Lesart der Bibel versucht, um so herauszufinden, was das Buch der Bücher über unsere eigene Evolution preisgibt. In der religiösen Tabuisierung von Inzest und dem Verbot von sexuellem Kontakt mit Tieren erkennen Schaik und Michel eine Reaktion auf die Landwirtschaft und Sesshaftwerdung, die sie als großen Fehler der Menschheit ansehen, der Krankheiten und kulturellen Druck erzeigt habe. Genieren müssen sich die beiden Autoren mit solchen Thesen nicht, so Graf, seien sie doch bestens informiert über den Stand der Forschung. Nicht leicht, aber gelungen sei dieser frische Blick.