Das Los der 15-jährigen Madina teilen viele Flüchtlingskinder: Sie alle sind Brückenbauer zwischen ihren Familien und dem neuen Leben in der westlichen Welt. Nach einer beschwerlichen Flucht vor dem Krieg in ihrer Heimat ist Madina endlich angekommen, in einem Land, das Sicherheit verspricht. Doch nicht allen in ihrer Familie fällt es leicht, Fuß zu fassen. Und so ist es an Madina, Mittlerin zu sein zwischen ihrer Familie im Flüchtlingsheim und dem unbekannten Leben außerhalb. Sie nimmt das Schicksal ihrer Familie in die Hand und findet in Laura eine Freundin, die für sie in der Fremde Heimat bedeutet.
Unter den zahlreichen, mitunter guten Jugendbüchern zum Thema Flucht sticht Julya Rabinowichs Roman "Dazwischen: Ich" hervor, versichert Rezensentin Kathrin Hörnlein. Zum einen, weil die in Leningrad geborene und im Alter von sieben Jahren nach Österreich emigrierte Autorin weiß, wovon sie spricht, wenn sie die Geschichte der fünfzehnjährigen Madina erzählt, die nicht nur mit der fremden Sprache oder dem Alltag in der Flüchtlingsunterkunft, sondern auch mit der Ausgrenzung in der Schule kämpft. Zum anderen, weil Rabinowich derart sprachgewaltig zu schreiben weiß und Figuren zeichnet, die in ihrer Komplexität und Ambivalenz absolut authentisch wirken, so Hörnlein. Ein eindringlicher Antikriegs-Roman, der lange nachhallt, lobt die Kritikerin.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016
Sie gefällt Rezensentin Antje Weber gut, diese Geschichte um ein 15-jähriges Flüchtlingsmädchen, das mit seiner Familie in Deutschland gelandet ist und hier nicht nur den misslichen Alltag im Flüchtlingsheim kennenlernt, sondern auch die üblichen Probleme durchmachen muss, die die Pubertät mit sich bringt. Immerhin gibt es die Schule und eine neue Freundin. Am Ende, so deutet es die Rezensentin an, steht eine Emanzipation, die das patriarchale Gefüge der Familie aufzubrechen hilft. Weber lobt explizit die Feinfühligkeit der Autorin und ihre "jugendgerechte Sprache".
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