Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Bettina Abarbanell. Es ist jener Moment, in dem das Leben einen zwingt, erwachsen zu werden. Von ihm erzählen die Geschichten der jungen amerikanischen Autorin Julie Orringer. Nichts hat die Mädchen und jungen Frauen darin auf die Umbrüche vorbereitet, die ihr Leben für immer verändern werden: Aus einem Kinderspiel wird Ernst, der Besuch in Disneyland gerät zum Abschied von der Mutter. Und die 14-jährige Maddy stellt sich ihren Ängsten, nachdem sie bei einem Unfall beinahe ertrunken wäre, in einem Tauchkurs. Orringers Heldinnen erleben die verwirrenden Gefühle von Sehnsucht, erster Liebe und Kummer. Sie straucheln und finden doch ihren Weg in die fremde Welt der Erwachsenen. Denn alle lernen, unter Wasser zu atmen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.07.2005

Ausdrücklich warnt Rezensentin Yvonne Gebauer vor falschen Erwartungen: Julie Orringers Debütband liefere alles andere als "heitere und leichte und unterhaltsame Ferienlektüre für die schönen Tage am Strand". Auf den Spielplätzen und Baumhäusern, wo Orringers Geschichten über die Probleme und Kämpfe in Kindheit und Jugend spielen, geht es nämlich vorwiegend düster zu. Für Gebauers Geschmack fast ein wenig zu viel Negativität auf einen Haufen, handeln die Erzählungen doch allesamt weniger vom Glücken und Gelingen als von den niemals endenden Unlösbarkeiten des Erwachsenwerdens. "Sie sind unangenehm eingedunkelte Ausflüge in die Zeit der Jugend, der Pubertät und des Heranwachsens, von wenig Hoffnung getragen, dass es irgendwo einen Schutzraum geben könnte". Manchmal allerdings schimmert zu Gebauers Freude auch eine positive Dimension auf, eine gelingende Form des Miteinanders etwa, wie in der Geschichte "Wenn sie alt ist und ich berühmt bin".
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.03.2005

Eins muss man Julie Orringer zugute halten, meint Rezensent Maik Söhler, an der "Fähigkeit, kleine und große Grausamkeiten beiläufig ins ansonste normale Leben ihrer US-amerikanischen Figuren einzuflechten", mangelt es ihr nicht. Insgesamt hält sich die Begeisterung des Rezensenten über Orringers Erzählband jedoch in Grenzen. Zwar sei Orringer in der Lage, die Schwierigkeiten ihrer pubertierenden Protagonistinnen "anschaulich zu schildern", allzuoft jedoch werde die Jugend lediglich als "eine Abfolge von Banalitäten, Tristesse und Langeweile" dargestellt, "die nur von unlösbaren Problemen unterbrochen wird", was dem Rezensenten recht öde erscheint. "Zwei, drei interessante Geschichten" hat er wohl vorgefunden, mehr aber auch nicht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.03.2005

Der vorliegende Erzählband ist Julie Orringers verstorbener Mutter gewidmet, und er ist "eine sinistre Gabe, scharfkantig und von dunklem Glanz", wie Rezensentin Angela Schader findet. Zweierlei Erfahrungen begründen laut Rezensentin Orringers Erzählungen: Einserseits "die der Heranwachsenden auferlegte Zeugenschaft beim langsamen Krebstod der Mutter" und andererseits "die Erfahrung des Abseitsstehens als Kind einer jüdischen Familie im christlich geprägten New Orleans". Doch dieser Erfahrungsschatz bleibe keineswegs persönlich, wie die Rezensentin lobend anmerkt, sondern werde literarisch gearbeitet und erstrahle als "packende, variantenreiche Kollektion von Texten". Schon der Introitus, in dem ein spannungsgeladenes Weihnachtsfest um eine tödlich erkrankte Mutter geschildert wird, gebe die "Leitthemen von Krankheit, Tod und kindlicher Grausamkeit" vor. Meistens, so die Rezensentin, beziehen die eher in der Kinder- und Jugendperspektive gehaltenen Erzählungen "ihr Kolorit von der Palette der Gemeinheiten, Eifersüchte und Enttäuschungen, mit denen Heranwachsende sich und einander das Leben schwer machen". Bei diesen Zutaten, gibt die Rezensentin zu, ist man geneigt, "gallige, schwere Kost" zu erwarten. Doch Orringer gelinge es, mit "Phantasie, Sensibilität und Lakonik", daraus ein "Festmahl" anzurichten.