Juliane Pickel

Krummer Hund

(Ab 14 Jahre)
Cover: Krummer Hund
Beltz und Gelberg Verlag, Weinheim 2021
ISBN 9783407758750
Gebunden, 264 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Der 15-jährige Daniel ist vor allem eins: wütend. Sein Vater ist weg, seine Mutter schleppt einen Liebhaber nach dem anderen an. Als Resultat erleidet Daniel unkontrollierbare Wutausbrüche. Nun hat sie wieder einen Freund, den Doc. Der Mann, der seinen Hund eingeschläfert hat. Aber den er trotzdem liebgewinnt. Doch dann geschieht ein tödlicher Unfall. Bei der Suche nach dem Schuldigen verändert sich für Daniel alles, auch das Verhältnis zu seinem besten Freund Edgar und zu der sadistischen Klassenschönheit Alina. Kann Daniel seinen Erinnerungen an diese Nacht glauben? Oder spiegeln sie nur wider, was er gerne hätte?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.06.2021

Rezensentin Eva-Maria Magel findet, Juliane Pickel hat in ihrem Debütroman "Krummer Hund" den richtigen Ton getroffen. Der fünfzehnjährige, eigentlich sympathische Daniel, der nur einen einzigen Freund hat, wird in seinen Fantasien immer wieder von seinem Vater heimgesucht, erzählt Magel: Es sind die Auswirkungen eines Traumas ist, das vom Verlassen des Vaters in dem Jungen ausgelöst wurde. Pickels Momentbeschreibungen haben der Rezensentin zufolge die Qualität von Filmszenen, deren feine Beobachtungen, Handlungsebene und Schilderungen von zwiespältigen Gefühlen klug aufgebaut seien. Und trotz der schweren Thematik, die überhaupt nicht ausgedehnt beschrieben ist, fand die Rezensentin durch den trockenen Humor von Daniel viel zu lachen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 19.05.2021

Rezensentin Sylvia Schwab ahnt, dass sich viele jugendliche LeserInnen wiedererkennen werden in Juliane Pickels Hauptfigur. Der Außenseiter mit der Wut im Bauch, dem der Vater fehlt und echte Freunde, wächst auch Schwab schnell ans Herz, wie es scheint. Betörend findet sie die witzige, lakonische Sprache, die Pickel ihrem Protagonisten angedeihen lässt und durch die sich seine Verzweiflung und sein Glück gleichermaßen dem Leser mitteilen, wie die Rezensentin erklärt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.04.2021

Die Spritze des Tierarztes für den geliebten alten Hund, der ihn einschläfert, und die Reaktion des Jungen darauf wird für Rezensentin Anja Robert zum Bild des gesamten großartigen Jugendromans. Um dieses Bild gruppiert sie alle Einfälle der Autorin und versichert immer wieder, wie großartig die Wut des Jungen, ihres Hauptprotagonisten, verständlich wird - auch gerade da, wo er sie selbst nicht mehr versteht. Ihr gefällt außerordentlich, wie sich am Ende in einer Art High-Noon das zentrale Problem des abwesenden Vaters als Kern der Gefühlsnot des Jungen herausschält, die zuvor immer wieder in brutale Gewaltanwendung übergesprungen ist. Die Kritikerin mag die "Situationskomik", mit der die Heftigkeit so mancher Szene gemildert wird, vor allem aber findet sie mutig, dass hier einmal eine positive männliche Vaterfigur kreiert wird.

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