Julian Schutting

Dem Erinnern entrissen

Gedichte
Cover: Dem Erinnern entrissen
Otto Müller Verlag, Salzburg 2001
ISBN 9783701310265
Gebunden, 99 Seiten, 14,73 EUR

Klappentext

Dem "Mythos" nähert sich Julian Schutting hier in zweifacher Hinsicht. Zum einen sind es die Figuren der großteils griechischen Mythologie, die er mit all ihren Lastern, Schicksalen und Freuden zum Leben erweckt. Es sind dies Gedichte von stilistisch großer Bandbreite, die nicht zuletzt vom humanistischen Ansatz des Autors zeugen. Den zweiten Teil widmet Schutting der Griechenlandnärrin Kaiserin Elisabeth von Österreich, dem Mythos Sisi.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.08.2001

Auf Wärmste empfehlen möchte Cornelia Jentsch diesen Gedichtband, der sich den griechischen wie den "regional gepflegten" Mythen widmet, vor allem wegen der "subtil beobachtenden wie herrlich ironisierenden Art" seines "in der Bundesrepublik leider noch immer zu wenig bekannten" Autors. Wie hier stabilisierte Überlieferungen auf den "Misthaufen des Alltags" befördert werden (die bacchantische Legende wird zum Hühnertheater), das kommt für die Rezensentin "Abstürzen in die Erkenntnis" gleich, einer "Erweiterung des Vorrätigen". Schade nur, dass jenes taugliche "alphabetische Kriegswerkzeug", das Jentsch dem Autor unterjubelt, ihr selbst nicht immer zur Verfügung steht. Einen Satz, wie: Der Autor "treibt das Drama der Zunge bis zur letalen Konsequenz" hätte sie anderenfalls wohl kaum stehen lassen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.07.2001

Samuel Moser scheint sehr angetan von diesem Gedichtband. Besonders Julian Schuttings Verfahren der Verwandlung durch Wörtlichnehmen imponiert ihm. Wörtlich genommen wird von Schutting etwa ein Text von Ovid, den er durch interlineare Übersetzung zum eigenständigen Text umwandle. Moser findet dieses Verfahren "listenreich, frech und erfrischend unanständig". Im ersten Teil seines Bandes nutzt Schutting Stoffe aus dem griechischen Mythos, im zweiten um den Mythos Sissi, erzählt der Rezensent. Mit dem Aktualisieren alter Stoffe habe Schutting allerdings nichts am Hut. Sein Anspruch sei vielmehr "die große Erzählung zu brechen".
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