Julian Bell

Was ist Malerei?

Darstellung und Moderne Kunst
Rogner und Bernhard Verlag, Hamburg 2000
ISBN 9783807702209
Gebunden, 271 Seiten, 24,54 EUR

Klappentext

Mit 158 Farb- und s/w-Abbildungen. Aus dem Englischen von Bernd Rullkötter. In diesem Buch erzählt der Schriftsteller, Kunstkritiker und Maler Julian Bell die Geschichte der Malerei. Er geht auf das Misstrauen und die Unsicherheit ein, die viele Menschen heute der Kunst gegenüber empfinden ("Ja, aber ist es Kunst?") und prüft überkommene Ideen. Das Buch ist eine radikale Bestandsaufnahme dessen, was Malerei einmal war, und wie sie wurde, was sie heute ist. Nachbildung und Mimesis der Natur, Abbildungs- und Ausdrucksmalerei, die verlorene Schlacht mit der Fotografie um die bessere Darstellung von Wirklichkeit, Action Painting und Post-Moderne. Von den Ideen Platons und Theorien Aristoteles` zu den Analysen von Lacan, Derrida und Lyotard. Die Visionen Caspar David Friedrichs und Gustave Courbets, von Max Ernst, Ad Reinhardt, Mark Rothko und Julian Freud. In sechs Kapiteln führt Julian Bell die Leser/innen bis in die Gegenwart und weiter zu der Frage, was die Malerei im 21. Jahrhundert sein könnte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2000

Nur nicht vom "anmaßenden" Titel abschrecken lassen, warnt Beate Söntgen. Auch die Kapitelüberschriften sollte man besser überlesen. Während sich der Leser noch fragt, wen sie da eigentlich warnt, platzt die Rezensentin mit ihrem Urteil heraus: dies sei ein "brillantes Stück Kunstschriftstellerei", auch verglichen mit Autoren wie Roberto Longhi oder Wilhelm Worringer. Obwohl Bell, übrigens ein Großneffe Virginia Woolfs, etwas "entspannter" schreibe, spüre man deutlich seine Leidenschaft für die Malerei. Das Buch, erklärt Söntgen, besteht eigentlich nur aus Fragen. Doch scheinen ihr diese klüger zu sein als die meisten Antworten anderer Kunstkritiker. Besonders gefallen hat der Rezensentin, dass Bell keineswegs vor "anspruchsvoller und anstrengender Theorie" zurückschreckt und dennoch keine trockene terminologische Abhandlung geschrieben hat, sondern mit Witz und Intelligenz seine persönliche Sicht auf die moderne Kunst darlegt. Söntgen lobt die "hervorragende" Übersetzung Bernd Rullkötters und empfiehlt schließlich jedem "gestrengen Kunsthistoriker", sich dieses Buch unters Kopfkissen zu legen, "damit es ihm Träume eingebe, Träume von einer begeisterten und begeisternden Weise des Redens über Kunst".
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