J. J. Connolly

Layer Cake: Willkommen im Club

Kriminalroman
Rogner und Bernhard Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783807710020
Gebunden, 460 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Conny Lösch. Eine Regel hat er gelernt: Nur dumme Leute glauben, dass die Polizei dumm ist. Der namenlose Held macht diesen Fehler nicht. Er ist jung, er ist clever, und das Verbrechen ist sein Job. Prügeln und Protzen, diese Laster der kleinen Ganoven sind ihm zuwider. Das erregt nur Aufsehen und schadet dem Geschäft. Hier ist ein Mann mit Prinzipien. Einer, der einen Plan hat: Im kriminellen London der 80er und 90er Jahre will er sehr schnell sehr reich werden, um sich dann zur Ruhe zu setzen. Aber was nützt es, wenn man fleißig ist und loyal und ein ehrlicher Gangster, wenn die Unterwelt keinen Codex mehr kennt und die Polizei keine Gesetze? Der pflichtbewusste Drogenhändler, der vom Eigenheim im Grünen träumt, findet sich plötzlich im Garten seines Feindes wieder, nachts, eine Maske auf dem Gesicht, die schallgedämpfte Pistole in der Faust, und die Hunde stürmen auf ihn zu. "Lyer Cake" ist die Antwort der alten Welt auf Scorsese und Tarantino. Kein Wunder, dass sich Matthew Vaughn, früher Co-Produzent von Regisseur Guy Ritchie, "Lyer Cake" für seine erste Regiearbeit ausgesucht hat. Der Film kommt im Frühjahr 2005 auch in die deutschen Kinos.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 02.07.2005

Von J. J. Connollys "rasantem Beginn" erscheint der Rezensent Frank Schäfer noch einigermaßen angetan, dann aber verließen sie ihn. Die Geschichte um den namenlosen und "bürokratisch-korrekten" Gentleman-Dealer, der kurz vor seinem Ruhestand (mit Dreißig), von seinem Boss einen letzten Auftrag bekommt und die Tochter des Obergangsters Eddy Ryder finden soll, beginnt mit der Einsicht des Dealers, dass an dem Auftrag etwas faul ist, dass er sich auf der Abschussliste befindet und damit bereits in akuten Handlungszwang geraten ist. Allerdings, seufzt der Rezensent, scheint der Autor bemüht, eine doppelte Botschaft an den Mann und Leser zu bringen. Zum einen, dass nichts zu schmutzig ist und es so etwas wie Ganovenehre nicht gibt, und zum anderen, "so richtig auf Altenglisch", wie der Rezensent schreibt, dass der Klassenkampf noch wütet. Beides findet er einigermaßen platt. Wirklich ins Auge sticht ihm nur, was Connolly wohl mit "Layer Cake: Willkommen im Club" im Sinn hatte, nämlich einen "betont zynisch-abgewichsten Drogenkrimi" und einen würdigen Nachfolger von "Pulp Fiction" zu schreiben. Besonders zu letzterem fehle ihm jedoch an "dialogischer Brillanz", und auch an "narrativer Potenz", um die Handlungssplitter gewinnbringend miteinander zu verflechten, so dass der Roman letztendlich schlicht "unübersichtlich" gerate.
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