Julia von Lucadou

Zeiten erhöhter Gefahr

Roman
Cover: Zeiten erhöhter Gefahr
Hanser Berlin, Berlin 2026
ISBN 9783446282995
Gebunden, 224 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

: Julia von Lucadou schreibt von den Abgründen der Verdrängung - über Angst, Verunsicherung, Trauma und Schutzbedürfnis.Nichts überlässt Jot, Mitte fünfzig, dem Zufall. Seine ganze Existenz ist auf Planung und Kontrolle ausgerichtet - bei einer Firma, die Bunker an Superreiche verkauft, hat er den idealen Job gefunden und natürlich auch privat für den Notfall vorgesorgt. Doch dann stößt er bei seiner Laufroutine auf einen Toten und sein sorgfältig errichtetes Absicherungssystem beginnt zu bröckeln. Das Bild des halbentblößten Körpers lässt ihn nicht mehr los. Doch warum spricht die Polizei von Selbstmord? Zutiefst verunsichert muss Jot erkennen, dass seine Wahrnehmung und Erinnerung außer Kontrolle geraten sind und es Antworten nur geben kann, wenn er es wagt, in die versiegelten Schächte seiner Vergangenheit zu steigen. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 20.08.2026

Harter Tobak ist Julia von Lucadous dritter Roman, warnt Rezensentin Meike Feßmann vor -  aber unbedingt lesenswert. Als "Volltreffer in labile Nervenkostüm unserer Zeit" bezeichnet die Kritikerin den Roman, der sie an der Seite des geschiedenen Schutzraumtechnikers Jot ins Frühjahr 2014 führt, also jenes Jahr als Russland die Krim annektierte, Israel eine Militäroperation in Gaza startete und die Reaktorkatastrophe von Fukushima noch nachwirkte. Vor diesem Hintergrund lässt Lucadou die persönliche Panikgeschichte ihres Helden spielen, der beim Joggen einen Tote findet und angstgetrieben eigene Ermittlungen beginnt. Feßmann empfiehlt ein sehr gegenwärtiges und psychologisch fein gesponnenes Kammerspiel.