Julia Fox, John Guy

Jagd auf den Falken

Anne Boleyn und Heinrich VIII.
Cover: Jagd auf den Falken
C.H. Beck Verlag, München 2024
ISBN 9783406822018
Gebunden, 603 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Norbert Juraschitz und Karin Schuler. Die Ehe, die die Welt erschütterte: Anne Boleyn und Heinrich VIII. London 1533: Anne geht auf die dreißig zu und hat es ganz nach oben geschafft: Sie ist die Königin von England, gekrönt in der Westminster Abbey. Ihre Geschichte ist der Stoff für opulente Hollywoodfilme und historische Romane. Das echte Leben der Anne Boleyn war kein Märchen, denn die unperfekte Heldin war zu klug, zu emanzipiert, zu wortgewandt, zu weltläufig und in entscheidenden Momenten unvorsichtig selbstsicher. Der schockverliebte Traumprinz, König Heinrich VIII., entpuppte sich als narzisstischer Machtmensch - und statt Happy End findet diese Ehe ihr erbarmungsloses Ende in der Hinrichtung Annes. Es hätte anders kommen können: Wenn Anne Boleyn, die große Liebe Heinrichs VIII., bereit gewesen wäre, seine Mätresse zu sein und sich mit gelegentlichen romantischen Liebesbriefen begnügt hätte, hätte der König den Papst nicht gedrängt, seine erste Ehe zu annullieren, er hätte sich nicht selbst zum Oberhaupt der englischen Kirche ernannt und Schockwellen durch Europa gesandt. Doch Anne, in deren Wappen der Falke thronte, wollte mehr sein als "die Frau an seiner Seite". Sie organisierte die Rolle der Königin am Hof in subversiver Weise neu, beeinflusste die Politik des Königs und war auf dem besten Weg zur Mitregentin, bis Heinrichs Liebe in Hass umschlug. Die königliche Jagd auf den Falken begann erneut - dieses Mal nicht, um Anne zu erobern, sondern um sie zu töten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.11.2024

Sehr interessiert liest Rezensent Clemens Klünemann John Guys und Julia Fox' Buch über Anne Boleyn und Heinrich VIII. Im Zentrum steht vor allem sie, so Klünemann, aber die ersten Kapitel sind dem König gewidmet, der vor allem für seine sechs Ehen bekannt ist. Entlang der Lektüre zeichnet Klünemann nach, wie sich der bereits verheiratete Heinrich in Anne Boleyn verliebte, die sich ihm allerdings entzog, so lange sie noch nicht verheiratet waren. Auch um die aus dieser Konstellation hervorgegangene Abspaltung der englischen Kirche vom Katholizismus geht es in dem Buch, heißt es weiter, überhaupt spielen internationale Verwicklungen eine wichtige Rolle. Daneben geht es aber auch um Anne Boleyn selbst, eine selbstbewusste Frau, die nach der Eheschließung unter dem Narzissmus und dem Zorn des König litt - bis dieser sie schließlich hinrichten ließ. Der Titel passt nicht recht zum Buch, findet Klünemann, weil Boleyn eher einer Schlange als einem Falke ähnelt. Dennoch insgesamt ein empfehlenswertes Porträt einer außergewöhnlichen Frau, das geschickt in den Kontext der Zeit eingerückt wird, schließt Klünemann.

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