Charlotte Mew

Einige Arten zu lieben

Erzählungen
Cover: Einige Arten zu lieben
C.H. Beck Verlag, München 2025
ISBN 9783406830815
Gebunden, 271 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Wiebke Meier und mit einem Nachwort von Ina Schabert. Um die Liebe, ihre Schattierungen und ihre Gefährdungen geht es in diesen Erzählungen von Charlotte Mew, um Glaube und Tod, um das Ausgestoßensein aus der Gesellschaft und die Fragilität der menschlichen Existenz. Fast immer stehen weibliche Figuren im Mittelpunkt, und die Geschlechterrollen geraten ins Wanken. Diese Geschichte sind so auch ein Spiegel der zeitgenössischen Debatten über Machtstrukturen in Ehe und Familie und die sexuellen Freiheiten der Frau. 

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.03.2026

Peter Urban-Halle entdeckt die Erzählungen der schon hundert Jahre toten Charlotte Mew und ist begeistert. Wie die Autorin munter die Stile wechselt, mitunter innerhalb einer Geschichte, wie sie Poe und Wilde verarbeitet und den Symbolismus, erscheint ihm bemerkenswert. Immer geht es um Liebe und Tod, informiert uns Urban-Halle, mal fängt es an wie bei E.T.A. Hoffmann, mal wie in einem Volksmärchen. Und das Schönste für den Rezensenten: Die Autorin hat trotz der dunklen Grundierung Humor und eine elegante Feder. Große "Short-Story-Kunst", so Urban-Halle begeistert.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 29.10.2025

Eine Entdeckung ersten Ranges ist Charlotte Mew für Rezensent Peter Urban-Halle. Die hier versammelten elf Erzählungen der britischen Schriftstellerin, die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert lebte, bestechen insbesondere durch ihre sprachliche Gestaltung, Urban-Halle haben es zum Beispiel die Gegensätze angetan, die in vielen Sätzen aufeinander prallen. Ausführlicher widmet er sich der ersten Geschichte mit dem Titel "Vorbei", in der eine Frau ihr behagliches Zuhause verlässt und die Londoner Unterwelt durchstreift, insgesamt dominieren die Themen Liebe und Tod diesen Band. Urban-Halle zieht Verbindungen zu Edgar Allan Poe und Oscar Wilde, weist aber darauf hin, dass die Autorin solche Einflüsse in sehr eigensinnige Texte übersetzt. Nicht weniger als große Kurzgeschichtenkunst, die mit eminenter britischer Schlagfertigkeit zu gefallen weiß, findet Urban-Halle bei Mew.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.09.2025

Rezensentin Tina Hartmann freut sich ungemein über die nun erstmals auf Deutsch veröffentlichten Erzählungen der bei uns noch viel zu unbekannten englischen Autorin Charlotte Mew. Entgegen den durch die "Anmesie des Literaturkanons" hervorgebrachten Leerstellen und engen Kategorien, stehen diese zwischen 1894 und 1928 entstandenen Erzählungen Mews für die Erzählvielfalt ihrer Zeit, lobt Hartmann. So findet sich die Rezensentin in gut gebauten Mischformen wieder, psychologisch genau beobachtete Geschichten über das Bürgertum stehen neben homoerotisch-satirischen Märchen und schaurigen Liebeserzählungen. Auch die gewählte Textstimme wechselt stets zwischen männlich und weiblich, was Hartmann mit dem sie an Oscar Wilde erinnernden, konventionelle Geschlechterrollen auflösenden Kleidungsstil der Autorin verbindet. Den Kern der Texte bilde dabei der präzise und feministische Blick auf gesellschaftliche Systeme, die "das Zusammenleben der Geschlechter vergiften." Durch die ebenfalls äußerst gelungene Übersetzung von Wiebke Meiers liegt laut Hartmann der vielseitige Erzählband einer Autorin vor, die hoffentlich bald in aller Munde sein wird.  

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