Nach über 100 Jahren wird "Der Gouffe" auf Deutsch neu aufgelegt eines der Bücher, die die Grundlagen für das legten, was Köche bis heute auf der ganzen Welt praktizieren. Eine bibliophile Kostbarkeit für Freunde und Kenner der Kochkunst. Mit dem Erscheinen von Gouffes "Le Livre de Cuisine" im Jahr 1867 passierte die Geschichte der hohen Küche eine besondere Wegmarke. Erstmals trug ein bekannter Koch alle wesentlichen Rezepte der einfachen Hausküche und der differenzierteren Hochküche zusammen, listete Zutaten, Zubereitungsschritte und Garzeiten auf und schuf so ein epochales Handbuch. Es durchmisst den ganzen Kosmos des Kochens von den schlichten Vorbereitungen für ein einfaches Mahl bis zu den Techniken, die man für ein prunkvolles Galadinner für 600 Personen zu beherrschen hat. Die zahlreichen Holzschnitte und Farblithographien runden das besondere Erlebnis ab.
Beglückt zeigt Gerhard Neumann an, dass mit diesem Werk aus dem Jahr 1880 nun eine "Pionierleistung auf dem Gebiet der Kochbuchliteratur" wieder vorliegt. Allerdings nur einerseits. Denn der Verlag habe hier eine anonyme und vor allem verfälschende deutsche Bearbeitung dieses Buchs aus der Gründerzeit abgedruckt, die von der ursprünglichen Form des Buches kaum etwas erkennen lasse. Strafverschärfend kommt für Neumann hinzu, dass kein erläuterndes Wort dem Buch beigegeben ist, nichts zu seiner Gestalt und auch nichts zur Künstlerfigur, die der bahnbrechende Koch Jules Gouffe gewesen ist, dessen Buch auf Generationen von Köche einwirkte und wirkt.
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