Im Sommer 2014 führte Jürgen Todenhöfer mehrere Monate lang Gespräche mit deutschen Islamisten (via Skype), die sich dem IS-Staat angeschlossen haben. Die Erkenntnisse, die er in diesen Gesprächen gewann, sind mehr als erschreckend und enthüllen die mörderischen Absichten des sogenannten Kalifats, das einen weltweiten Gottesstaat errichten will und dabei auch vor Massenmorden nicht zurückschreckt, selbst unter Muslimen. Nach der Erweiterung Ihres Staates im Nahen Osten, bei der sie die Nachbarstaaten unterwerfen wollen, haben sie Europa und den Westen im Visier. Im November 2014 fuhr er als bislang weltweit einziger westlicher Journalist in das Zentrum des IS-Staats, nach Mossul, hielt sich dort 10 Tage lang auf und führte weitere Interviews. In seinem Buch beschreibt er eindringlich seine Erlebnisse vor Ort.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.06.2015
Natürlich müsse man bei Jürgen Todenhöfer über viel nervige "Selbstbeweihräucherung" hinweglesen, meint Rezensent Wolfgang Freund, und auch stilistisch sollte man sich nicht allzu viel erwarten, denn der CSU-Politiker, den Freund noch harmlos als "Hans Dampf in allen arabischen Gassen" beschreibt, richte sich eher an ein breiteres Publikum. Trotzdem hat sich Freund nicht gelangweilt, und durchaus einiges erfahren. Todenhöfer hat sich durch die Gebiete des IS fahren lassen, vielleicht sogar vom berüchtigten "Jihadi John" persönlich, und kann dem Rezensenten unter anderem plausible Argumente dafür bringen, dass die gruseligen Enthauptungsvideos zu dick aufgetragen seien, als dass sie einem rein islamistischen Horrorspektakel entspringen. Der Rezensent vermutet hier eher westliche Rekruten am Werk, denen er "Gestapo-nahes Knowhow" attestiert - was immer das heißen mag.
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