Der "Islamische Staat" beruht auf zwei Pfeilern: auf seinem Territorium und auf einer digitalen Infrastruktur, mit der er hocheffizient organisiert wird. Abdel Bari Atwan bietet in seinem Buch Einblicke in die digitalen Institutionen und Kommandostrukturen des IS und stellt dessen führende Köpfe vor. Das Steuersystem orientiert sich am Koran, wird aber digital organisiert. Das Finanzwesen beruht auf dem Zinsverbot, verwaltet aber den Staatshaushalt und die Einnahmen aus Ölexport, Antiquitätenhandel und Entführung mit elektronischen Krypto-Währungen. Das Bildungswesen sorgt für Koranlektüre, aber auch für digital kompetenten Nachwuchs - auch weiblichen. Der Propagandaapparat setzt auf die Inszenierung von Gewalt und beschäftigt dafür eine ganze Armee von Fotografen, Video-Filmern und Spiele-Entwicklern. Atwan beschreibt die Rolle des Darknet und erklärt, warum die Cyber-Dschihadisten dem elektronischen "Counter-Dschihad" immer eine Nasenlänge voraus sein werden. Sein alarmierender Bericht sollte allen zu denken geben, die den IS mit militärischen Mitteln besiegen wollen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2016
Rainer Hermann graust es beim Lesen dessen, was der langjährige Kenner des IS, Abdel Bari Atwan, über die Cyberkompetenzen und die ideologischen Grundlagen der Dschihadisten zu sagen hat. Scheint ihm die erste Hälfte des Bandes mit seiner Darstellung der Ursprünge und der Expansion des IS eher Bekanntes zu berichten, ist der Rezensent beim zweiten Teil ganz Ohr, wenn Atwan die Ideologie hinter der Gewalt des IS analysiert und ihren Cyberexperten auf die Finger schaut. Dass sich die Hacker des IS in die Systeme der US-Armee eingeloggt haben und in großem Stil online Kreditkarten stehlen, wie ihm der Autor auseinandersetzt, erscheint ihm alarmierend.
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