Jürgen Theobaldy

Immer wieder alles

Gedichte
Cover: Immer wieder alles
zu Klampen Verlag, Lüneburg 2000
ISBN 9783933156549
Gebunden, 48 Seiten, 17,38 EUR

Klappentext

Jürgen Theobaldys neue Gedichte bleiben dem "Feuerrad des Sommers" nah. Sein poetischer Blick auf die Tiere überrascht durch Leichtigkeit und Gedankenfreude.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.2001

Der Lyriker Theobaldy befindet sich, sehr bewusst, so der Rezensent Martin Thoemmes, in einer "alten Tradition". Er ist Metaphysiker im strengen Sinne, der das, was er benennt, auf das bezieht, wovon es spricht, etwa vom "Schmerz der Kreatur". Statt des Weihrauchfasses schwenke er die Sprache - und er tut das, nach Meinung des Rezensenten, durchaus überzeugend. Besonders angetan ist er davon, dass Theobaldy auf das laute Herausschreien seiner Botschaften verzichtet, sie vielmehr "gedämpft" äußert und auch den Tieren, um die sich die Gedichte drehen, ein "Eigen-Sein" zugesteht. Dies alles macht Theobaldy, findet Thoemmes, zu einem der besten deutschen Gegenwartslyriker.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.05.2001

Mit viel Anerkennung bespricht Martin Zingg diese Gedichte, in deren Zentrum Tiere stehen, "angenehme und weniger angenehme Lebewesen". Nicht als "Spiegel, und damit auch nicht als Erziehungsgehilfen", fungierten die Tiere in Theobaldys Gedichten. Eher, meint der Rezensent, sind sie "Nachbarn des Menschen", der bei ihrer Beobachtung auch etwas über sich selbst erfahren könne. Unaufgeregt und "wunderbar leicht und kunstvoll" kommen diese Gedichte daher, freut sich der Rezensent. Es würden hier außerdem verschiedene lyrische Sprechweisen erkundet - weshalb lakonische Zeilen immer wieder neben "beinahe heiteren Zeilen" stünden, und "melancholische Prognosen neben offenen Sentenzen".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.01.2001

In einer Doppelrezension empfiehlt Hans Christoph Buch zwei Bücher von Jürgen Theobaldy, den er als ein "im Verborgenen blühendes Talent" bezeichnet, das noch nicht ausreichend entdeckt worden sei. Beide Bücher bezeichnet der Rezensent ohne Vorbehalte als "Meisterwerke".
1.) Jürgen Theobaldy: "In der Ferne zitternde Häuser. Prosa" (Das Wunderhorn)
Hier hebt der Rezensent besonders eine Passage hervor, in der es um das "Eingeständnis des Scheiterns" geht. Etwas dieser Art ist nach Buch in der gegenwärtigen deutschsprachigen Literatur selten zu finden. Überhaupt zeigt sich der Rezensent erfreut, dass es sich bei Theobaldy um einen Autor handelt, der "schrille Effekte" nicht nötig hat und auch nicht ständig die Jugendlichkeit ins Feld führt. Theobaldy ist für Buch ein Außenseiter, ein Beobachter, der aber weitaus mehr wahrnimmt als diejenigen, die stets in irgendwelche Kämpfe verwickelt sind.
2.) Ders.: "Immer wieder alles. Gedichte" (Zu Klampen)
Buch macht hier Anspielungen zu Hölderlin oder auch Robert Walser aus, aber dennoch verfügt Theobaldy seiner Ansicht nach über einen "unverwechselbar eigenen Ton", der allerdings schwer zu beschreiben sei. Begriffe wie "Sprödigkeit oder Melancholie" können diesen Ton nur unzureichend beschreiben, so Buch. Besonders angetan zeigt sich der Rezensent von dem Musikalischen in Theobaldys Sprachmelodie, das nie nur Musik nachahme, sondern selbst eine Schöpfung sei. Die Gedichte können sich nach Buch wie Einzelteile eines Romans lesen lassen, den der Leser im Kopf mit seinen eigenen Erfahrungen ergänzen muss. Hierin liegt für den Rezensenten eine der ganz besonderen Stärken diese Buchs.
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