Harald Hartung

Experimente mit der Wahrheit

Rechtssysteme im Wandel und die Prozesse der Wahrheitsfindung und Versöhnung
Cover: Experimente mit der Wahrheit
Wallstein Verlag, Kassel 2002
ISBN 9783775790796
Kartoniert, 404 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Das katastrophale Schicksal des europäischen Judentums in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland und der Massenmord an Juden und anderen Minoritäten im Dritten Reich belasten bis heute PhilosophInnen und HistorikerInnen mit der schwierigen Aufgabe, diese Ereignisse zu erklären. Doch obwohl der Holocaust seine Bedeutung als eminentes Beispiel eines Staatsverbrechens bewahrt, erscheint seine völlige Einzigartigkeit inzwischen durch zahlreiche Fälle von staatlicher Willkür, systemischer Gewalt, Unterdrückung, Kriegsverbrechen und schweren Menschenrechtsverletzungen - insbesondere auf dem Balkan und in Ruanda - in Frage gestellt. Angeregt durch die Debatten über diese Menschenrechtsverletzungen, werden heute neue, aufsehenerregende Rechtsformen entwickelt, in denen Begriffe wie "transitional justice", "globale Gerechtigkeit" und "universale Gerichtsbarkeit" dazu beitragen, die Bedeutung der richterlichen Souveränität einerseits und der Verantwortlichkeit andererseits für die Epoche nach dem Kalten Krieg neu zu definieren. "Experimente mit der Wahrheit" verfolgt die Entwicklung der aktuellen Debatten über "Wahrheitsfindung und Versöhnung", neue Formen der globalen Gerechtigkeit sowie Zeugenaussagen und kollektives Gedächtnis bestimmter Bevölkerungsgruppen.
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