Jürgen Becker

Graugänse über Toronto

Journalgedicht
Cover: Graugänse über Toronto
Suhrkamp Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783518427521
Gebunden, 92 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Dieses lange Gedicht besteht aus lauter kurzen Gedichten - ein widersprüchlicher Zusammenhang, wie er zustande kommt, wenn das Schreiben den Sprüngen der Assoziationen, dem permanenten Zeitenwechsel, dem Hin und Her zwischen Aktualität und Erinnerung folgt. Ein journalhaftes Schreiben, das nach den Bestandteilen der Biographie sucht und wo sie auftauchen im täglichen Geschehen, im Repertoire der Medien und Bilder, in Sprechweisen und Zitaten, in vergangenen Zeiten. Indem der Verfasser dabei den Spuren des eigenen Lebens nachgeht, bewegt er sich zugleich im Erfahrungsraum der Zeitgenossen, vergegenwärtigt er ein Früher, das im Hier und Heute weiterwirkt. Eine Geschichte von Stimmungen und Erfahrungen, aufgereiht in einer Gedichtkette, die ein ganzes Jahrhundert mit sich zieht, vom Steckrübenwinter des Ersten Weltkriegs bis zur Italienischen Woche beim nächsten Discounter.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.06.2017

Lektüre, besser als Sternenstaub, bekommt Martin Oehlen mit Jürgen Beckers autobiografischen Journalen. Ob der Autor Prosa schreibt oder zu Versen greift, wie in diesem Band, ist Oehlen ganz gleich. So lange Becker nur weiter schön das Vergangene mit dem Gegenwärtigen kreuzt, Beobachtungssplitter sammelt und kombiniert und so den Leser mit fortträgt auf seiner Chronikwelle. Betörendes und Banales sprengen fast den (metrischen) Rahmen, meint Oehlen. Themen wie das Vergehen der Zeit nimmt der Autor laut Rezensent ohne Selbstmitleid, aber detailreich, genau und poetisch. Lohnt das Wieder- und Nochmallesen, versichert er.