Judka Strittmatter

Die Schwestern

Roman
Cover: Die Schwestern
Aufbau Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783351033828
Gebunden, 280 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Obwohl die Beziehung zwischen den Schwestern Martha und Johanne Andruschat kompliziert ist, wollen sie ein paar Tage an der Ostsee verbringen. Dort aber haben sie auch eine lieblose Kindheit verlebt, die sie als Rivalinnen zurückließ und deren Deutung sie immer wieder entzweit: Während Johanne sich den Eltern gegenüber versöhnlich zeigt, hallen in Martha die Demütigungen von einst noch nach. Ein angesehener Akademiker-Haushalt waren die Andruschats, auf den der Ruhm Onkel Kurts abstrahlte, eines berühmten Schauspielers. Doch auch der hat die Spirale des Hasses und der Sprachlosigkeit nur vorangetrieben. Am Ziel ihrer Reise dem früheren Devisenhotel Sandbank werden die Schwestern mit einem Verrat konfrontiert, der über Nacht zum Zerwürfnis führt. Mit Zorn und Wut, Melancholie und Verlorenheit schaut Judka Strittmatter auf eine schmerzhafte Kindheit zurück.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.06.2012

Der Opa ist tot, es lebe die Enkelin! Scheint Sandra Richter in ihrer Besprechung von Judka Strittmatters Debütroman zu sagen. Deren selbstlose Antiheldin jedenfalls ist ihr höchst sympathisch als Gegenbild zu den geleckten Bürgerkindern in den Ostzonen der Hauptstadt. Das Buch liest sie als Strittmatters unterhaltsame Abrechnung mit der eigenen kommunikationsgestörten Familie, mit dem Abrechnen selbst in der Beziehungskiste Ost/West. Einige Längen, zu viele schillernde Attribute und einen (stritt-)matten Schluss verzeiht die Rezensentin großzügig.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.05.2012

Daniela Zinser ist nicht glücklich mit Judka Strittmatters Familienroman "Die Schwestern". Die Geschichte um zwei in der DDR aufgewachsenen Schwestern, die eine hadernd, die andere versöhnt mit der Vergangenheit, scheint ihr recht unausgegoren. Sie moniert, dass vor allem die verletzte und zürnende Schwester zu Wort kommt, die dann gern auch mal in einem Rundumschlag das Fernsehen, die Prenzlauer Berg-Muttis und vieles andere kritisiert. Exkurse, die Zinser wenig originell und zudem der Geschichte nicht dienlich findet. Auch dass die Autorin einen Onkel einführt, der deutlich an ihren Großvater, den Schriftsteller Erwin Strittmatter, einführt, der aber dann eigentlich keine Rolle spielt, hält Zinser nicht für überzeugend. Überhaupt produziert die Autorin ihres Erachtens zu viele lose Enden, fängt Erzählstränge an, die sie nicht zu Ende bringt, oder führt auf einmal eine dritte Frauenfigur ein, die dann wesentlich mehr Raum bekommt als die Schwestern. Strittmatter will nach Ansicht Zinsers "zu viel" und scheitert letztlich daran, auch sprachlich.
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