Claire Lombardo

Der größte Spaß, den wir je hatten

Roman
Cover: Der größte Spaß, den wir je hatten
dtv, München 2019
ISBN 9783423281980
Gebunden, 720 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Sylvia Spatz. Vierzig glückliche Ehejahre: Für die vier erwachsenen Sorenson-Schwestern sind ihre Eltern ein nahezu unerreichbares Vorbild - und eine ständige Provokation! Wendy, früh verwitwet, tröstet sich mit Alkohol und jungen Männern. Violet mutiert von der Prozessanwältin zur Vollzeitmutter. Liza, eine der jüngsten Professorinnen des Landes, bekommt ein Kind, von dem sie nicht weiß, ob sie es will. Und Grace, das Nesthäkchen, bei dem alle Rat suchen, lebt eine Lüge, die niemand ahnt. Was die vier ungleichen Schwestern vereint, ist die Angst, niemals so glücklich zu werden wie die eigenen Eltern. Dann platzt Jonah in ihre Mitte, vor fünfzehn Jahren von Violet zur Adoption freigegeben. Und Glück ist auf einmal das geringste Problem.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.11.2019

Rezensentin Ursula März empfiehlt Claire Lombardos Debütroman als Lesefutter a la Jonathan Franzen. Wie die Autorin ihre an Dramen reiche, vier Jahrzehnte umspannende Saga einer amerikanischen Familie ausbreitet, hat laut März durchaus Klasse, auch wenn das Bild der Familie, das der Band zeichnet, ihr zunächst furchtbar konservativ erscheint. Am Ende überzeugen März das "bravouröse", spannende, wenngleich nicht eben avantgardistische Storytelling (Sprünge, Cliffhanger etc.), ein Haufen an Identifizierungspotential und eine Wendung in der Perspektive auf das Geschehen, die den Retrokitsch schließlich haarscharf vermeidet und stattdessen den Widerstandsgeist in der Tradition entdeckt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 04.11.2019

Ursula März sieht in Claire Lombardos Familiensaga ein Musterbeispiel des amerikanischen Storytelling, literarisch nicht unter- und nicht überfordernd, spannend von der ersten bis zur letzten Seite, mit gekonnten Zeitsprüngen, Cliffhangern, Perspektivwechseln und lebendig gezeichneten Figuren. Dass die Geschichte um eine an Thanksgiving glücklich vereinte Großfamilie, die überdies die Langehe feiert, nicht trivial wird, weil sie die "fragwürdige Nostalgie" selber zum Thema macht, findet März besonders raffiniert.