Herausgegeben von Corinna Onnen-Isemann und Gertrud M. Rösch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.10.2005
Erhellend findet Rezensentin Uta Grossmann diesen Sammelband mit Aufsätzen über die Schwesternbeziehung aus sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive, den die Soziologin Corinna Onnen-Isemann und die Germanistin Gertrud Maria Rösch herausgegeben haben. Überrascht hat sie der Befund des Bandes: Danach gibt es zum einen kaum empirische Erhebungen über Schwestern, zum anderen hat die Literaturwissenschaft das Schwesternmotiv - trotz seiner Häufigkeit in der Literatur seit der Antike, insbesondere aber vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Jahrhundertwende - bisher sträflich vernachlässigt. Diese Lücken kann der Band nach Grossmanns Ansicht zwar nicht schließen. Aber sie sieht darin immerhin erste Ansätze zur Untersuchung einer Beziehung, die weitere Forschung unbedingt verdiene. Zwar erscheint ihr manches Aufsatzthema "reichlich speziell". Doch wer die nüchterne Wissenschaftssprache nicht scheue, erfahre gerade im Sonderfall viel Allgemeingültiges über das Besondere an Schwestern. Besonders interessant findet Grossmann den Beitrag von Susanne Knackmuß über die Beziehung leiblicher Schwestern,die als geistliche Schwestern im selben Klostern lebten. Weiter hebt sie Renate Liebolds und Birgit M. Hacks Unteruchung des "Mythos Schwesternschaft" sowie Aufsätze von Andrea Bartl, Rainer Kleinertz, Claudia Liebrand und Gertrud Maria Röschs hervor, die allesamt zeigen, wie facettenreich Schwesternbeziehungen in den Künsten dargestellt werden.
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