Judith Herzberg
Gedichte aus den Jahren 1999-2024

Edition Rugerup, Berlin 2024
ISBN 9783942955928
Taschenbuch, 155 Seiten, 24,00 EUR
ISBN 9783942955928
Taschenbuch, 155 Seiten, 24,00 EUR
Klappentext
Aus dem Niederländischen von Christiane Kuby. Herzberg schreibt über alltägliche Dinge und die großen Themen des Lebens in dem ihr eigenen, scheinbar leichtfüßigen, oft äußerst verkürzten bis hin zu elliptischen Stil. Häufig bilden Wortspiele den Ausgangspunkt eines Gedichts, oder eine Beobachtung im Alltag. Das Große und das Kleine sind bei ihr nicht voneinander zu trennen, wie sie selbst in ihrem Gedicht "Drunter und Drüber" schreibt.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 08.06.2024
Für Rezensentin Beate Tröger ist dieser Gedichtband der niederländischen Lyrikerin Judith Herzberg eine intensive, wuchtige Erfahrung: Herzberg schreibt ohne Dünkel, einfach, aber doch besonders, wenn sie alltägliche Worte leicht verändert wieder ins Bewusstsein bringt. So "fröhlicht" sie etwa eine Gans auf einer Wiese und sie labt sich an der "schlichten Schönheit schmuckloser Parks", staunt Tröger. Auch von der jüdischen Herkunft der Autorin kann die Kritikerin lesen, von einem Land, das nach der Erfahrung des Nationalsozialismus "nur in der Erinnerung sich gleich geblieben" ist. Ein Band, der aus einem langen Leben und einem genauen Blick schöpft, da kann sie es auch verschmerzen, dass es keine einordnenden Paratexte gibt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2024
Rezensent Alexandru Bulucz empfiehlt dringend, die Poesie der niederländischen Dichterin Judith Herzberg besser kennenzulernen. Zum Glück ist das nun mit diesem, von Christiane Kuby ausgezeichnet übersetzten, Band möglich. Enthalten sind Gedichte aus den letzten fünfundzwanzig Jahren von Herzbergs Schaffen, so der Rezensent. Ausgangspunkt ihrer Poesie ist die Verarbeitung der traumatischen Erfahrungen, die sie und ihre Familie während der NS-Zeit machten. Das "Unaussprechliche des Menschheitsverbrechens" ist in ihrer Lyrik allzeit präsent, so der Kritiker, dabei bleibt ihre Sprache nüchtern und entfaltet harte Kontraste: "Es gibt auch solche / die würden nie ein Foto falten / doch auf einmal, und mit Wonne, / dem Nachbarn mit der Axt / den Schädel spalten." Schilderungen seltsamer Alltagsszenen, lyrische Porträts, Gesprächsfetzen - in all dem stellt Bulucz ein Gefühl für die Subtilitäten der Sprache und eine Konzentration auf das Wesentliche fest - und legt der Leserschaft diese Lyrik nachdrücklich ans Herz.
Kommentieren
