Herausgegeben von Anna Babka und Matthias Schmidt. Aus dem amerikanischen Englisch von Anna Wieder und Sergej Seitz. In dem hier vorliegenden Text liefert Judith Butler - indem sie ihr theoretisches Feld um theaterästhetische Fragestellungen ergänzt -, eine grundsätzliche Reflexion zum Körper zwischen Sprache und Performance. Sie geht von John L. Austins Philosophie der "Sprechakte" und Walter Benjamins Begriff der "Geste" aus und skizziert eine Theorie der Methoden, Notwendigkeiten und Chancen kollektiver Aktionsformen. Ziel solchen Engagements, so wie das aller politischer Proteste, muss der Schutz und die Bewahrung elementarer Menschenrechte sein.
Rezensent Jens Kastner plädiert doch sehr stark dafür, Judith Butlers gesellschaftliches Engagement für die radikale Israelkritik, die er selbst ablehnt, und ihre Theorien voneinander abzugrenzen. Dort nämlich arbeite sie "zum Guten hin". Dies sagt er unter anderem an die Adresse des Historikers Marco Ebert, der Butler in der FAZ als eine Apologetin der Unterwerfung dargestellt habe. Kastner ordnet Ebert als "Antideutschen" ein, für die Israelkritik ein rotes Tuch sei. In dem neuen Buch entwerfe Butler eine Theorie, die gerade nicht die "radikale Ablehnung liberaler und linker Freiheitsvorstellungen" lehre, sondern im Gegenteil auf ihre Erweiterung abziele. Verstehen müsse man dafür, dass Butler uns als so sehr kulturell geprägt sehe, dass es uns gar nicht möglich sei, diese Prägungen zu erkennen und zu benennen. Diese Unterworfenheit schüttele man in neuen Protestformen ab, die Butler mit Begriffen der Performance- und Theatertheorie analysiere. Dieser neue Protest sei nicht organisiert, könne Solidarität außerhalb staatlicher Strukturen herstellen und äußere sich in dem, was Butler in dem Buch als "die Geste" bezeichnet. Bleibt nur die Frage, so Kastner, wie man diese Geste im Sinne individueller und kollektiver Handlungsmacht fruchtbar machen kann.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…