Juan Gabriel Vasquez

Die Gestalt der Ruinen

Roman
Cover: Die Gestalt der Ruinen
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2018
ISBN 9783895610172
Gebunden, 528 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Susanne Lange. Kolumbien 1948: Der liberale Politiker Jorge Eliécer Gaitán wird in Bogotá auf offener Straße ermordet. Sein Tod stürzt Kolumbien in die tiefste Krise seiner Geschichte. Jahrzehnte später wird ein Mann verhaftet, als er versucht, den Anzug Gaitáns aus einem Museum zu stehlen. Überzeugt von einer Verschwörung und besessen von der Suche nach der Wahrheit hinter der Ermordung Gaitáns bedrängt er auch den Schriftsteller Juan Gabriel Vásquez. Hängt das Attentat auf Gaitán mit dem auf John F. Kennedy zusammen? Und welche Verbindung gibt es zu den Attentaten auf Erzherzog Ferdinand in Sarajevo und Rafael Uribe Uribe in Kolumbien? '

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2018

Rezensent Ralph Hammerthaler taucht tief ein in kolumbianische Geschichte mit dem neuen Roman von Juan Gabriel Vasquez. Er erzählt von dem Attentat auf Jorge Eliecer Gaitan im Jahre 1948, der vermutlich der nächste liberale Präsidentschaftskandidat geworden wäre und dessen Tod nicht nur einen zehnjährigen Bürgerkrieg zwischen Liberalen und Konservativen zur Folge hatte, sondern auch immer wieder zum Thema einer politischen Verschwörungstheorie wurde. Wie Vasquez den Mord an Gaitan mit dem Mord an Rafael Uribe Uribe und der Ermordung John F. Kennedys zusammenbringt und dabei mit Thrillerelementen anreichert, gefällt dem Kritiker gut. Darauf, dass der Autor ähnlich wie Javier Cercas oder Emmanuel Carrere viel "Getue" um sein Ich einfließen lässt, hätte Hammerthaler allerdings verzichten können.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2018

Rezensent Paul Ingendaay schätzt die Romane von Juan Gabriel Vasquez als Mittel der Welterkenntnis. Wenn sich der Autor der Attentate auf Uribe und Gaitan annimmt, Spuren, Zeugnissen und Beweisen, ihrer Vor- und Nachgeschichte in Rekonstruktionen und Beschwörungen, dann merkt Ingendaay: Dieser Autor ist richtig gut, und er begreift den Roman als demokratische Kunstform. Leider geht das Dokumentieren etwas mit Vasquez durch, stellt der Rezensent betrübt fest. Statt Auswahl und Konzentration walten zu lassen, er den Leser mit Material und mit seinem "sahnigen", weltläufigen Stil, so Ingendaay. Möglicherweise ist Vasquez diese "Bedrohung durch das Papierne" gar nicht bewusst gewesen, mutmaßt der Rezensent.
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