Joumana Haddad

Wie ich Scheherazade tötete

Bekenntnisse einer zornigen arabischen Frau
Cover: Wie ich Scheherazade tötete
Hans Schiler Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783899303070
Kartoniert, 130 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Lieber Leser aus der westlichen Welt! Sei gleich vorweg gewarnt: Ich bin nicht gerade dafür bekannt, anderen das Leben leichter zu machen. Sollten Sie nach Wahrheiten suchen, die Sie bereits zu kennen glauben, nach Beweisen, die Sie ohnehin in der Hand zu haben meinen, sollte es Sie danach verlangen, Ihre orientalistischen Sichtweisen bestätigt oder Ihre antiarabischen Vorurteile gestärkt zu sehen, sollten Sie erwarten, einmal mehr das Schlaflied vom "Kampf der Kulturen" vorgesungen zu bekommen, so hören Sie am besten hier und jetzt mit dem Lesen auf. Denn in diesem Buch werde ich alles daran setzen, Ihre Erwartungen zu enttäuschen. Ich werde Sie Ihrer Illusionen berauben, Ihre Träume entzaubern, Ihre Schreckgespenster verjagen und Ihnen Ihre vorgefertigten Meinungen nehmen. Wie? Ganz einfach, indem ich Ihnen, und das nur für den Anfang, das Folgende erzähle...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.11.2010

Stefan Weidner weiß genau, was er von diesem Buch erwarten möchte und darf und was nicht. Erwarten darf er das stolze Selbstbekenntnis einer befreiten arabischen Frau, die unsere Vorstellungen vom Orient zumindest ein wenig durcheinanderwirbelt beziehungsweise korrigiert. Außerdem erkennt Weidner darin eine mutige und wütende Kampfansage an die in der arabischen Welt herrschenden frauenfeindlichen Strukturen. Gut gefällt ihm, wie es Joumana Haddad dabei gelingt, sich weder mit westlicher Islamkritik, noch mit arabischer Apologetik gemein zu machen. Genau hier, im Glauben an die Kraft des Einzelnen, entdeckt Weidner aber auch die Grenzen dieses Essays und einer Perspektive, die er letztlich für unpolitisch und naiv hält, weil sie von den ökonomischen und sozialen Bedingungen dieser Freiheit absieht.
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