Aus dem Katalanischen von Theres Moser und mit einem Nachwort von Javier Tomeo. Mit zahlreichen meist farbigen Abbildungen. Als jugendlicher Atheist beschimpfte er die Kirchgänger vor den Gotteshäusern. Später wurde er der Baumeister des seltsamsten Kathedralenbaus aller Zeiten - der Sagrada Familia von Barcelona. Er baute weiche Fassaden, schiefe Dächer, phantastisch bunte Parkanlagen und sogar die Bänke auf den Boulevards und die Straßenlaternen. Kaum ein Architekt hat eine Metropole so geprägt wie der Katalane Antoni Gaudi seine Heimatstadt. Seine Kathedrale ist immer noch nicht vollendet, aber längst zum Wahrzeichen geworden. In diesem mit leichter Hand geschriebenen Porträt erscheint der große Architekt wie eine literarische Figur. Josep Pla ist durch die Kaffeehäuser gewandert, hat mit Zeitgenossen gesprochen und sich die Geschichten um jene bizarren Bauwerke erzählen lassen, die jeder sieht, der nach Barcelona reist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2005
Nach Meinung des Rezensenten Markus Jakob ist dieser Einblick in das Leben des Malers Antoni Gaudi auf jeden Fall spannend - auch wenn es seiner Meinung nach nicht ganz so aufschlussreich ist, wie das Porträt, das Josep Pla über den Maler Salvador Dali verfasst hat. Gewisse Widersprüche in der Person des Architekten Gaudi bleiben nach Meinung des Rezensenten offensichtlich auch seinem Verfasser ein Rätsel. Trotzdem liefert Pia eine spannende, ihm wohl auch aus eigener Anschauung bekannte Ausmessung des gesellschaftlichen Spannungsfeldes und die daraus folgende "gesellschaftliche Zerrissenheit", in der Gaudi sich seinerzeit in Barcelona befand: die "kleinkarierten Frömmler" auf der einen, und die ihm verächtlich gegenüberstehenden Intellektuellen auf der anderen Seite.
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