Als der Leiter der Münchner Mordkommission Josef Wilfling Anfang 2009 nach 42 Dienstjahren in Pension ging, verabschiedete sich eine Legende: Der Star-Ermittler und Vernehmungsspezialist klärte den Sedlmayr- und den Moshammer-Mord auf, schnappte Serientäter und verhörte Hunderte Kriminelle. Rund 100 Fälle von Mord und Totschlag hat er während seiner Dienstzeit bearbeitet, und das mit einer Aufklärungsquote von nahezu 100 Prozent. Jetzt deckt er die spannendsten und erstaunlichsten seiner Fälle auf und geht der Frage nach, wie und warum Menschen zu Mördern werden. Doch er zeigt nicht nur, wo das Böse seinen Ursprung hat, sondern beantwortet auch Fragen wie: Töten Frauen anders als Männer? Wie verhält sich ein Unschuldiger? Woran erkennt man einen Lügner?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2010
Seinen Erfahrungsschatz aus vielen Jahren Mordkommissariatsleitung hat Josef Wilfling hier niedergeschrieben, zur Belehrung des Rezensenten. Ernst Horst jedenfalls erfährt anhand der aus professioneller Perspektive verfassten Berichte aus dem Kriminologenalltag Wissenswertes über die menschliche Natur. Die Meinung des Autors muss er zwecks geschmeidigerer Lektüre zwar manchmal vom Text abziehen, Wilflings schwarzer Humor aber macht ihm durchaus Freude. Bei dem Thema! Hätte der Autor noch ein bisschen häufiger statistisch-analytische Überlegungen zu seinen Fällen angestellt, Horst hätte das Buch noch zufriedener, weil noch schlauer beiseite gelegt.
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