Giorgiana Banita

Phantombilder

Die Polizei und der verdächtige Fremde
Cover: Phantombilder
Edition Nautilus, Hamburg 2023
ISBN 9783960542575
Kartoniert, 480 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

George Floyd, Michael Brown, Breonna Taylor. Oury Jalloh, Achidi John, Christy Schwundeck. Ernst Haase, Hans-Jürgen Rose, Mario Bichtermann. Sie - und viel zu viele andere - sind Opfer von tödlicher Polizeigewalt, in Amerika und in Europa. Sie sind Schwarz, oder migrantisch, oder sonst "anders", sie sind "fremd". Georgiana Banita zeigt ihn ihrer kulturhistorischen Annäherung, wie und warum das wirkmächtige Phantombild des potenziell gefährlichen Fremden schon immer Zielscheibe westlicher Polizeiapparate war, ideologisches Fundament eines polizeilichen Generalverdachts vor allem gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund, Schwarzen Menschen, People of Color. Erste Reformen zeigen: Mit mehr nicht-weißen Polizist*innen allein ist es nicht getan, denn der Rassismus ist strukturell. Ob es um den Gebrauch von Schusswaffen, Racial Profiling, Rasterfahndung oder KI-gestützte Kriminalitätsprognosen geht, um Abschiebung, Grenz- oder Infektionsschutz: Die Abwehr des (vermeintlich) Fremden ist Logik und Praxis polizeilicher Arbeit. Ein nachhaltiger Mentalitätswandel ist nötig, um die toxische Cop Culture zu überwinden und dringend notwendige Veränderungen für eine neue Polizeikultur zu ermöglichen. Diese Studie legt dafür die Grundlage.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.03.2023

Rezensent Michael Pawlik rät ab von dem Buch der Kulturwissenschaftlerin Georgiana Banita über Polizeigewalt. Zu pauschal sind die Vorwürfe, die die Autorin darin äußert, wenn sie bedenkenlos zwischen dem amerikanischen mit dem deutschen Poilizeisystem hin- und herspringt, zu bedenkenlos etwa ihre Kritik an der deutschen Rechtssprechung. Pawlik erinnern Argumentation und Kritik im Buch oft an verschwörungstheoretisches Geraune. Einen wissenschaftlichen Anspruch sieht er im Buch nicht erfüllt. Wenn Banita mit Blick auf den Fall Oury Jalloh der Polizei in Sachsen-Anhalt generell eine faschistische Gesinnung unterstellt, steigt Pawlik aus. Die Autorin versäumt es mitunter, sich ernsthaft auf die soziale Wirklichkeit einzulassen, bedauert er.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 17.01.2023

Rezensent Ralph Gerstenberg liest Georgiana Banitas Ausführungen zum Fall Amadou Diallo, zu George Floyd, zum Phantombild, zu Racial Profiling und zu den Ausschreitungen in Stuttgart im Juni 2020 als kluge Analyse von rassistischen Handlungsmustern, Plädoyer für mehr Eigenverantwortung und Aufruf zur Solidarität mit den Opfern von Polizeigewalt. Dass die Autorin Polizeiarbeit differenziert betrachtet und auch die politischen Strukturen und gesellschaftlichen Missstände dahinter nicht im Dunkeln belässt, gefällt Gerstenberg gut.

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