Josef H. Reichholf erzählt die Evolution des Menschen neu und wagt einen Ausblick in unsere Zukunft. Der Mensch ist etwas Besonderes. Mit acht Milliarden über den ganzen Globus verteilten Individuen ist der Mensch so erfolgreich wie keine andere vergleichbare Art. Aber warum wir so sind, wie wir sind, daran scheiden sich die Geister. Josef H. Reichholf stellt sich in seinem großen Buch der Frage nach dem Wesen des Menschen. Was sind wir? Welche Rolle spielen Natur und Kultur für Gewalt und Mitgefühl, für Konflikte und Fortschritt? Und warum gelingt es der Menschheit nicht, sich zukunftsfähig zu verhalten?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 25.11.2025
Ein wenig enttäuscht ist Rezensent Volkart Wildermuth von Josef H. Reichholfs neuem Buch, das kaum Quellen zitiert und wohl vor allem als Resümee der eigenen Forschungstätigkeit angelegt ist. Der Biologie widmet sich darin der Frage, inwieweit die biologischen Grundlagen des Menschseins auch heute noch gesellschaftliche und politische Folgen haben. Es geht unter anderem um den Einfluss klimatischer Bedingungen und des aufrechten Ganges, der dem Menschen evolutionäre Vorteile brachte, auch Migration und Ausgrenzung fremder Gruppen sind, lernt Wildermuth von Reichholf, in der Naturgeschichte des Menschen allgegenwärtig. Warum Reichholf allerdings ausführlich über den Themenkomplex Fruchtbarkeit und Schwiegermütter schreibt, leuchtet dem Rezensent nicht ein, auch die Ausführungen über angeblich natürlich angelegte Ungleichheit überzeugen ihn nicht. Erst recht ärgert sich Wildermuth darüber, dass Reichholf für Probleme, die er thematisiert, wie den Klimawandel, wenig überzeugende Lösungsvorschläge anzubieten hat. Da wäre mehr drin gewesen, so das Fazit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2025
Nur teilweise ein Lesevergnügen ist Josef H. Reichholfs Buch für Rezensent Ulf von Rauchhaupt. Das Buch reiht sich ein in eine Tradition anthropologischer Schriften, erläutert Rauchhaupt, die Menschliches aus der Biologie anstatt aus der Kultur heraus erklären und solange Reichholf sich an dieses Programm hält, ist der Rezensent zufrieden. Für gelungen hält Letzterer den ersten Teil des Buches, die Neubearbeitung eines älteren Texts, in dem der Autor unter anderem erklärt, weshalb der aufrechte Gang dem Menschen evolutionäre Vorteile gebracht hat - Geier spielen in dieser Argumentation eine erstaunlich wichtige Rolle. Die beiden weiteren Teile des Buches allerdings, kritisiert Rauchhaupt, tun nur noch so, als würden sie Biologie auf Anthropologie anwenden, tatsächlich verliert sich der Autor, wenn er zum Geschichts- und Menschheitserklärer wird, in Allgemeinplätzen über schwindende Biodiversität und Kapitalismuskritik. Die wenigen Spitzen gegen die Lieblingsthemen der woke-Crowd, die er in Reichholfs Buch ausmacht, reichen letztlich nicht aus, um den Rezensenten gnädig zu stimmen.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Christine Wunnicke: Wachs Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie…