Aus dem Norwegischen von Ulrich Sonnenberg. Mit zahlreichen Abbildungen. Es klingt wie Poesie, dabei ist es eine wissenschaftliche Sensation: Sternenstaub, Mikrometeoriten. Das sind Milliarden Jahre alte Partikel aus dem Weltall, von denen täglich bis zu hundert Tonnen auf die Erde regnen. Astronomen und Astrogeologen erhoffen sich von ihnen neue Erkenntnisse über das Universum und die Entstehung unseres Sonnensystems. Doch keinem Wissenschaftler gelang es, diese winzigen Meteoriten, die nur unter dem Elektronenmikroskop sichtbar sind, auf der Erde zu finden. Bis ein Amateurforscher eine neue Methode entwickelte. Dem Jazzgitarristen Jon Larsen, der sich selbst als autodidaktischer Laie bezeichnet, gelang etwas, woran die Experten der NASA gescheitert waren. Alles begann mit einem winzigen, schimmernden Staubkorn. So erfuhr er zum ersten Mal vom Staub der Sterne, winzigen Partikeln, die mit einer Geschwindigkeit von 56.000 Kilometern pro Stunde durch das All rasen, bis sie von unserer Erdatmosphäre gebremst werden. Seine Neugier war geweckt. Lange Jahre suchte er mit Magneten Straßengräben und Dächer ab, filtert tütenweise Staub und Dreck. Bis ihm das Undenkbare gelingt: Mikrometeoriten zu identifizieren - und der Wissenschaft so völlig neue Erkenntnisse über unser Sonnensystem zu ermöglichen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2019
Rezensentin Sibylle Anderl lernt vom Jazzmusiker und Hobby-Forscher Jon Larsen, wie schwierig und wunderbar zugleich die empirische Forschung ist. Wie sich der Autor auf die Jagd nach Mikrometeoriten im urbanen Umfeld gemacht hat, als begeisterter Laie mit der Forschung konfrontiert, belächelt, abgelehnt und schließlich akzeptiert wurde, liest sich für Anderl spannend und aufschlussreich. Detailreich schildert der Autor die langsame Akkumulation von Informationen und schreibt über wissenschaftssoziologische Faktoren in der Forschung. Das Buch ist für Anderl nicht zuletzt ein schönes Plädoyer für Multidisziplinarität.
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