Jon Kalman Stefansson

Mein gelbes U-Boot

Roman
Cover: Mein gelbes U-Boot
Piper Verlag, München 2024
ISBN 9783492072892
Gebunden, 368 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Isländischen von Karl-Ludwig Wetzig. Ein Schriftsteller trifft in einem Londoner Park den alten Paul McCartney, der dort Schutz sucht vor der Sonne, der Hitze, dem Ruhm. Gleich spricht er ihn an, sagt sich der Mann, doch die Erinnerung funkt ihm dazwischen: Da wächst er in den Siebzigern ohne Mutter in Reykjavík auf, wo die Trauer alle Gipfel des Landes überragt. Er flüchtet sich ins Buch der Bücher, findet aber nur einen jähzornigen Gott, so fehlbar wie der trinkende Vater. Über die Jahre wird er selbst zum Schreibenden. Denn was, wenn nicht die Literatur, bringt das Licht der Tage zurück, und mit ihm all die, die wir liebten? 

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.09.2024

Einen "fulminanten Bildungsroman" nennt Rezensent Aldo Keel Jón Kalman Stefánssons "Mein gelbes U-Boot" und belässt es bei diesem Wort des Lobes. Seine Bewunderung für diesen isländischen Autor und sein Werk äußert er viel mehr, in dem er die Bewegung oder besser: die Bildung von dessen Ich-Erzähler nachvollzieht, der offensichtlich viel mit seinem Autor gemein hat. Es ist dies die Aus-Bildung eines Dichters, ausgehend von seinem "Ur-Erlebnis", dem Tod der Mutter und dem kühlen, tränenlosen Umgang des Vaters mit dieser "Tatsache". Seitdem wehrt sich der Dichter schreibend gegen derlei Tatsachen, stellt sie in Frage, bildet seine Fantasie aus, um in der Literatur, dem Ort, an dem die Lebenden und die Toten sich treffen, gegen das Vergessen zu kämpfen, so Keel. Ein Bildungsweg ist das, der sich vielleicht nicht geradlinig, chronologisch beschreiten und beschreiben lässt, Stefánsson spielt daher mit Zeiten und Orten, Realitäten und Surrealitäten. Und der Rezensent gibt sich diesem Spiel vertrauensvoll und fasziniert hin.
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