Herausgegeben von Peer-Robin Paulus. Mit einem Nachwort von Ulrike Ackermann. John Stuart Mill (1806-1873) ist nicht nur einer der großen Vordenker des Liberalismus und der Frauenemanzipation. Er ist, weniger bekannt, auch einer der weit herausragenden Theoretiker der Demokratie. Früh hat er die Gefahren erkannt für eine Gesellschaft, deren Mehrheit Diskussionen nicht mehr zulässt und sich Denkverbote auferlegt. Mill war es auch, der scharf herausgearbeitet hat, dass gewählte
Herrschaft nicht notwendig Demokratie ist. Heute machen sich in vielen Gesellschaften Hass und Misstrauen gegen "die da oben" breit. In anderen werden vormalige Halbdemokratien unter dem Jubel des Volks in Volldiktaturen verwandelt. Der "Westen", die freie und offene Gesellschaft, erlebt derzeit von aussen wie auch von innen Anfeindungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.10.2017
Erich Weede erkennt anhand des von Peer-Robin Paulus herausgegebenen Breviers die Aktualität John Stuart Mills. Den Freiheitsdenker und politischen Ökonomen kann ihm das Buch in seiner Knappheit durchaus vorstellen, auch wenn Weede zu Bedenken gibt, dass Mills Werk hier in Teilen eher als Aphorismensammlung präsentiert wird. Die Aktualität Mills aber lässt die Auswahl erkennen, meint der Rezensent, etwa wenn Mill über den Konformitätsdruck von Gesellschaften schreibt. Von der großen Bandbreite von Mills Denken bekommt Weede einen guten Eindruck.
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