Mit über 600 farbigen Abbildungen und über 300 farbigen Karten. Welche religiösen Bewegungen bestimmten die Kunst? Welche klimatischen Bedingungen, welche Bevölkerungsentwicklungen machten Besiedlungen und erste Kunstformen möglich? Welche politischen Auseinandersetzungen förderten oder begrenzten den Austausch der Künstler? Wo führten wirtschaftliche Erfolge zur Bildung großer Handelsplätze und mäzenatischen Initiativen? Welches Baumaterial fanden die Architekten für ihre großen Projekte? Woher erhielten die Maler seltene Pigmente für ihre Farben und teure Stoffe für ihre Leinwände? Dieses Buches bietet weit mehr als die üblichen Kunstgeschichten. Es führt über die Einzelbiografie, über die Frage nach den Stilfolgen, über den speziellen Vergleich einzelner Bilder hinaus und eröffnet dem Betrachter einen umfassenden Blick. In einer Folge von sieben chronologischen, nach der Entwicklung einzelner Erdteile untergliederten Kapiteln vermitteln über 300 farbige Karten und über 600 farbige Abbildungen, begleitet von erläuternden Texten, die Kunstgeschichte der Welt.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 11.11.2004
Ein ungewöhnliches Werk hat Horst Bredekamp da zur Rezension vor sich liegen, daran lässt er keinen Zweifel. Die Kunstgeschichte wird darin als Geschichte der globalen Bewegungen und Einflüsse dargestellt - und zwar in Atlasform. Die Effekte sind oft merkwürdig und für den Rezensenten auch unterschiedlich überzeugend. Großartig findet er etwa, dass der Herausgeber John Onians für jeden der Teilbereiche - die sich eben zu einer Weltgeschichte summieren - "Spezialisten" gefunden hat. Etwas dubios kommt Bredekamp allerdings die Gleichmacher-Wirkung des Unterfangens vor. Kann es mit rechten Dingen zugehen, dass das gesamte Italien des 16. Jahrhunderts, die vielleicht größte Epoche der Kunstgeschichte, sich mit einer einzigen Doppelseite begnügen muss? Andererseits: Über die Einflusslinien der afrikanischen Kunst hat der Rezensent einiges gelernt. So fällt das Resümee insgesamt positiv aus. Die "bislang ungewohnte Perspektive" sorgt nämlich auch dafür, dass "unter der Hand eine integrierte Kultur- und Technikgeschichte des Homo sapiens" entsteht.
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