Aus dem Englischen von Norbert Hofmann. In Mexiko befinden sich die staatlichen Institutionen in Auflösung. Drogenkrieg, Korruption und ein gigantischer illegaler Geldfluss bringen ein ganzes System zum Kollabieren. Die Bevölkerung ist der Gewalt zwischen rivalisierenden Drogenkartellen, Polizei und paramilitärischen Organisationen hilflos ausgeliefert. Es handelt sich nicht um einen Krieg gegen die Drogen, wie die mexikanische Regierung Glauben machen will, sondern um die Neuaufteilung der Märkte, bei der der Staat mitmischt. Gibler führte in vielen Landesteilen Mexikos Gespräche mit Journalisten und Opfern. Er enthüllt dabei das Innenleben einer Nation, die durch und durch korrupt ist. Ein Beitrag zur Debatte, dass der Drogenkrieg nicht gewonnen werden kann, so lange die Drogen nicht legalisiert werden.
Mit einigem Interesse verfolgt Wolf-Dieter Vogel John Giblers Reportagen über die drastischen Auswirkungen des mexikanischen Drogenkriegs auf Presse und Behörden und deren kausale Zusammenhänge: Eine freie Arbeit sei nicht mehr möglich, insbesondere im Norden des Landes "dominieren die Kriminellen die Straßen". Um kritische Anmerkungen kommt der Rezensent bei aller Wertschätzung dennoch nicht herum: Für ein umfassendes Bild der Situation mangelt es an Eindrücken aus der ländlichen Bevölkerung. Die Konzentration auf die Presse verdecke, dass alle Schichten unter der Drogenmafia zu leiden haben, schließt Vogel die Rezension dieses Buches, dem er im übrigen ein gründlicheres Lektorat gewünscht hätte.
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