Helena Barop

Mohnblumenkriege

Die globale Drogenpolitik der USA 1950-1979
Cover: Mohnblumenkriege
Wallstein Verlag, Göttingen 2021
ISBN 9783835350861
Gebunden, 494 Seiten, 46,00 EUR

Klappentext

Der Krieg gegen die Drogen ist gescheitert: Bei dem Versuch, den Anbau und Schmuggel von Drogen zu verhindern, verstrickten sich die USA zwischen 1950 und 1979 in ein teures, globales Projekt mit zahlreichen Nebenwirkungen und verheerenden Folgen. Sie ließen in der Türkei den Opiumanbau verbieten und hatten dann Probleme, Opium für die Herstellung von Medikamenten zu beschaffen. Sie stoppten thailändische Opiumkarawanen und trieben damit die lokalen Opiumpreise in die Höhe, was wieder neue Anreize schaffte, mehr Opium anzubauen. Sie schickten Vietnamveteranen nach Mexiko, wo sie Militärpiloten zeigten, wie man mit Hubschraubern Pflanzengifte auf Opiumfelder sprüht. Dreißig Jahre später versank Mexiko im Drogenkrieg - auch, weil die USA mit den Opiumzerstörungen die Konkurrenz der brutalsten und korruptesten Drogenunternehmer beseitigt hatten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2021

Rezensent Thomas Speckmann hält Helena Barops historische Dissertation für ein Phänomen. Eine akademische Arbeit, die lesbar und spannend wie ein Thriller ist, ist ihm lange nicht untergekommen. Allein schon wie die Autorin in ihr Thema der globalen Anti-Drogenpolitik der USA einführt, mit Zooms und Schwenks von Villen in Südfrankreich bis ins Hochland von Thailand und Mexiko in den 1970er Jahren, scheint Speckmann großartig in seiner Anschaulichkeit. Speckmann lernt, worum es beim Drogenhandel geht, welche Phasen die US-Anti-Drogenpolitik hinter sich hat und wo wir heute stehen. Speckmann fällt es schwer angesichts von Drogenlegalisierung und einer im Buch genau geschilderten hoch flexiblen Drogenökonomie Hoffnung zu schöpfen. Von einer Kapitulation möchten aber weder er noch die Autorin sprechen.

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