Aus dem Amerikanischen von von Carina Tessari. John F. Kennedy, geboren 1917, unternahm bereits als junger Mann Reisen nach Deutschland: im Sommer 1937 als Student; im August 1939, unmittelbar vor Kriegsbeginn, als sein Vater Botschafter in Großbritannien war; sowie im Juli und August 1945, wenige Wochen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, als Korrespondent. Von diesen drei Reisen hinterließ Kennedy historisch wie persönlich faszinierende Zeugnisse, die hier erstmals veröffentlicht werden und zeigen, welche Eindrücke der spätere Präsident der USA von Deutschland gewann. Seine Deutschland- und Europapolitik und auch seine Berliner Rede aus dem Jahr 1963 sind erst vor diesem Hintergrund richtig zu verstehen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.08.2013
Mit gemischten Gefühlen liest Martin Meyer die Erinnerungen des jungen John F. Kennedy an seine Europareisen zwischen 1937 und 1945. Das Reisetagebuch beziehungsweise die Reisepost des späteren US-Präsidenten scheinen dem Rezensenten einerseits zwar wichtige Fragen zu stellen, aber keine Antworten zu geben. Andererseits sieht Meyer in Kennedy dennoch einen wachen Beobachter mit historischem Sinn. Die verschieden verlässlich dokumentierten Erkundungen scheinen Meyer von unterschiedlichem Wert, mal detaillierter, mal vergleichbar vielen anderen Reiseberichten. Was Meyer gleichwohl auffällt, ist der Mangel an demokratischem Unverstand beim jungen Kennedy: Franzosen riechen bei ihm nach Kohl und Hitler hat Appeal.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.05.2013
Harald Jähner stellt sich nach der Lektüre von John F. Kennedys Reisetagebüchern und Briefen aus den Jahren 1937 bis 1945, die der Literaturwissenschaftler Oliver Lubrich herausgegeben hat, eine ziemlich brisante Frage: War John F. Kennedy in jungen Jahren ein Bewunderer Hitlers? Etwa, wenn Kennedy schreibt, dass "die nordischen Rassen den romanischen gewiss überlegen zu sein scheinen", oder dass Hitler etwas Geheimnisvolles hatte, das auch nach seinem Tod "weiter gedeihen wird", erklärt der Rezensent. Schon Joseph Kennedy, Johns Vater, war in der Roosevelt-Administration als Antisemit, Rassist und Deutschlandfreund bekannt, wer weiß, ob da nicht doch etwas hängen geblieben ist, mutmaßt Jähner, der schon ziemlich gespannt ist, wie das Buch wohl aufgenommen wird.
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